Hamburg, 20. September 2018. Bisher liegen medizinische Daten von Patienten meist dezentral bei Ärzten, Krankenhäusern, Therapeuten oder Krankenkassen. Insbesondere Patienten haben keine Übersicht über ihre Gesundheitsinformationen und keinen Zugriff auf ihre eigenen medizinischen Daten. Aber auch Leistungserbringern stehen diese Daten, die für ein umfassendes Bild des Gesundheitszustands des Patienten wichtig wären, oft nicht oder nur zeitverzögert zur Verfügung. Das möchte die Techniker Krankenkasse (TK) mit TK-Safe ändern. Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK, hat heute auf dem 14. Gesundheitswirtschaftskongress die elektronische Gesundheitsakte (eGA) TK-Safe vorgestellt.

TK-Safe ist ein digitaler Datentresor, auf den TK-Versicherte jederzeit mit ihrem Smartphone über die TK-App zugreifen können. Die Akte ermöglicht es, Gesundheits- und Krankheitsdaten strukturiert und übersichtlich an einem Ort zu speichern und selbst zu managen. "TK-Safe unterstützt die Versicherten darin, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Die Versicherten allein entscheiden, welche Daten in ihrer Akte gespeichert werden", sagte TK-Vorstand Thomas Ballast bei der Vorstellung. "Das könnte dann zum Beispiel die Impfhistorie sein, eine Auflistung der verschreibungspflichtigen Medikamente oder die Arzt- und Zahnarztbesuche inklusive Diagnosen." Zusätzlich kann der Versicherte eigene Daten ergänzen. Darunter fallen frei verkäufliche Medikamente, die sich per Barcodescanner hinzufügen lassen oder auch Arztbriefe und Röntgenbilder, die hochgeladen werden können.

"Unser Ziel ist es, die Transparenz im Gesundheitswesen zu erhöhen, Gesundheitsdaten sinnvoll zusammenzuführen und jederzeit verfügbar zu machen. Deshalb stellen wir als Krankenkasse unseren Versicherten die Daten zur Verfügung, die wir haben. So bekommen Versicherte die Möglichkeit, zu Experten ihrer eigenen Gesundheit zu werden", so Ballast.

Anbindung von Leistungserbringern in Vorbereitung

Derzeit arbeiten die TK und IBM Deutschland mit Hochdruck daran, Leistungserbringer an die eGA anzuschließen. Ziel ist es, dass auch deren Daten in TK-Safe übertragen werden, wenn die Versicherten dies wünschen. Derzeit sind bereits 16 Kliniken des Gesundheitskonzerns Agaplesion gAG an TK-Safe angeschlossen. Die Entlassbriefe werden automatisch in die eGA übertragen. Perspektivisch wird auch das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf an TK-Safe angeschlossen.

"TK-Safe ist keine Einbahnstraße. Unser Ziel ist es, die verschiedenen Leistungserbringer über Sektorengrenzen hinweg zu vernetzen", so Ballast. "Erst die Vernetzung der Daten schafft einen Mehrwert für Patienten. So kann zum Beispiel der Übergang vom Krankenhaus in die ambulante Versorgung leichter und sicherer werden."

Hohe Zustimmung für elektronische Gesundheitsakte

In der Bevölkerung findet die Idee einer elektronischen Gesundheitsakte breite Zustimmung, wie eine TK-Studie Homo Digivitalis (PDF, 1,3 MB, nicht barrierefrei) im Auftrag der TK zeigt. Drei Viertel der Befragten in Norddeutschland finden die Idee einer eGA gut oder sehr gut. Ebenso viele suchen bereits heute im Internet nach Informationen rund um das Thema Gesundheit. Auch die Kommunikation mit der eigenen Krankenkasse möchte jeder zweite Befragte am liebsten digital erledigen.

Hinweis an die Redaktion

Entwickelt wird TK-Safe mit der IBM Deutschland GmbH. TK-Safe läuft bereits seit April dieses Jahres erfolgreich im Testbetrieb. Die Versichertendaten werden von TK und IBM Deutschland dreifach gesichert. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung sorgt dafür, dass die Akte ausschließlich auf einem registrierten Smartphone mit dem persönlichen Passwort innerhalb der TK-App eingesehen werden kann. Gleichzeitig werden die Daten Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Die TK versichert über zehn Millionen Menschen in ganz Deutschland. In Hamburg ist die TK die größte Krankenkasse mit 442.410 Versicherten.