Mainz, 25. Juli 2019. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran. So hat das Bundeskabinett kürzlich den Kabinettsentwurf zum Digitale-Versorgung-Gesetz beschlossen. Die Regelungen zur elektronischen Patientenakte wurden dabei jedoch auf die lange Bank geschoben. "Ursprünglich war im Referentenentwurf vorgesehen, dass Ärzte verpflichtet sind, Patienten ihre Dokumente und Daten in die Patientenakte zu übertragen. Dieser Passus ist leider entfallen", erklärt Jörn Simon, Leiter der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz. Es sei zwar verständlich, dass man bei den Datenschutzfragen nachbessern und diese in einem weiteren Gesetz klarstellen wolle, jedoch sei die elektronische Patientenakte ohne die verpflichtende Übermittlung von Patientendaten ein recht zahnloser Tiger, moniert Simon. "Ohne den Zugriff auf persönliche Behandlungsunterlagen geht ein großer Teil des Nutzens der elektronischen Patientenakte verloren. Deswegen lautet meine Forderung, dass dieser Rechtsanspruch der Patienten zum geplanten Starttermin der Akte in 2021 festgezurrt werden muss", so der TK-Landeschef.

Nutzung der Patientenakte muss praktikabel sein

"Die Menschen haben gewisse Erwartungen an eine Patientenakte und wollen Einsicht in ihre Gesundheitsdaten haben. Das zeigen uns die Ergebnisse von Umfragen, aber auch die Rückmeldungen unserer Versicherten zu unserer elektronischen Gesundheitsakte TK-Safe ", erläutert Simon. Natürlich seien die Datensicherheit und das Entscheidungsrecht der Versicherten, welche Daten sie welchem Arzt zeigen möchten, wichtige Faktoren. Allerdings müsse man über alle Bedenken auch sicherstellen, dass die Nutzung der Patientenakte praktikabel sei und die erwähnten Erwartungen der Bevölkerung ebenso berücksichtigt würden.