Saarbrücken, 20. Mai 2019. Die elektronische Gesundheitsakte der Techniker Krankenkasse (TK) TK-Safe, die gemeinsam mit IBM Deutschland entwickelt wurde, startet heute in den Live-Betrieb. Die Beta-Testphase mit 160.000 Nutzern in ganz Deutschland verlief positiv, sodass ab heute alle 10,4 Millionen TK-Versicherte - im Saarland sind es rund 93.000 - ihren persönlichen digitalen Datentresor nutzen können.

Nutzer können mit gefüllter Akte starten

"Wir sind froh, dass wir unseren Versicherten jetzt einen Ort bieten, an dem sie all ihre Gesundheitsdaten beisammen haben", erklärt Daniel Konrad, Pressereferent der TK-Landesvertretung Saarland, und ergänzt: "Das Besondere ist, dass man nicht mit einer leeren Akte startet, sondern - sofern man das möchte - bereits die Abrechnungsdaten der TK in die Gesundheitsakte laden kann." Informationen über Arztbesuche, Operationen, Medikamente und auch Impfungen finden die Nutzer dann in ihrer Anwendung. Dadurch erhalten die Versicherten einen genauen Einblick in ihre persönlichen Gesundheitsdaten.

Zugang über Smartphone

"Das Smartphone ist heutzutage immer dabei. Daher ist es nur logisch, dass auch die eigenen Gesundheitsdaten über das Gerät abgerufen werden können", erklärt Konrad. "So können zum Beispiel aufkommende Fragen bei einem Arztbesuch - etwa nach den eingenommenen Medikamenten - ohne Probleme beantwortet werden."

Neuerdings auch smarte Erinnerungen möglich

Mit dem Echtbetrieb wurden auch die Funktionen von TK-Safe erweitert. So sind jetzt smarte Erinnerungen möglich: Je nach Alter, Geschlecht und Abrechnungsdaten empfiehlt die App dann Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen. Doch auch jetzt ist das noch nicht die finale Version der Akte. Sie soll ständig um neue Funktionen erweitert werden.

Mit ambulanten Ärzten vernetzt

Damit auch die aktuellsten Gesundheitsdaten schnell in der Akte landen, sind bundesweit bereits 12.000 Arztpraxen über den Datenaustauschdienst "KV-Connect" mit der Akte vernetzt. So können Laborbefunde oder Arztbriefe von der Praxissoftware der Ärzte in den TK-Safe gespielt werden.

SHG-Kliniken haben Absichtserklärung unterschrieben

Krankenhäuser im Saarland sind bisher noch nicht angeschlossen. Das könnte sich aber bald ändern. Die Saarland Heilstätten GmbH (SHG) mit ihren Kliniken in Völklingen, Saarbrücken, Merzig und dem rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein hat in einem kürzlich unterzeichneten Letter of Intent (LOI), die Absicht erklärt, den Anschluss an TK-Safe zu prüfen. Dabei soll es in einer ersten Stufe darum gehen, die Entlassbriefe digital in die Akte zu legen, anstatt sie per Brief an den Versicherten zu verschicken.


"Die Saarland-Heilstätten GmbH möchte die digitale Zukunft im Gesundheitswesen aktiv mitgestalten. Das Thema der elektronischen Patientenakte wird immer bedeutender und auch für die SHG eine zentrale Rolle spielen", erklärt Bernd Mege, Geschäftsführer der SHG. "In diesem Zusammenhang haben wir die Absicht erklärt, zusammen mit der TK zu prüfen, inwieweit eine Anbindung an die eAkte der TK praktikabel umsetzbar ist."

TK-Safe ist bereit für die elektronische Patientenakte

Auch der Gesetzgeber unterstützt das Vorhaben einer digitalen Akte für Versicherte. Er hat festgeschrieben, dass bis spätestens 2021 allen gesetzlich Versicherten eine elektronische Patientenakte zur Verfügung gestellt werden muss. Die elektronischen Gesundheitsakten der Krankenkassen wie TK-Safe und die digitale Patientenakte, die vom Bund gefordert wird, werden dann in ein Konzept gegossen.

Alle Infos zu TK-Safe gibt es hier .