Bisher haben Patienten in Deutschland kaum Zugriff auf ihre eigenen Patientendaten. Arzneimittelverordnungen und Krankschreibungen, liegen bei den Krankenkassen, Befunde, Röntgenbilder und Entlassberichte in Arztpraxen und Kliniken. Nur der Impfpass, das Bonusheft für den Zahnarzt sowie der Organspendeausweis liegen als analoge Papiertiger bei den meisten zu Hause.

Die Folge: Im akuten Fall ist es oftmals schwierig, relevante Informationen wie Allergien, verordnete Medikamente und Befunde parat zu haben, die für eine optimale Versorgung notwendig sind. Deshalb hat die TK zusammen mit IBM Deutschland TK-Safe entwickelt, einen digitalen Datentresor für Gesundheitsinformationen. Mit der elektronischen Gesundheitsakte (eGA) TK-Safe können beispielsweise Doppeluntersuchungen und Arzneimittelunverträglichkeiten vermieden werden. Sie bietet Patienten die Chance alle wichtigen Informationen rund um ihre Gesundheit sicher und zentral an einem Ort abzulegen. Ziel ist, dem Versicherten die Souveränität über seine eigenen Gesundheits- und Krankheitsdaten zu geben, perspektivisch eine Verbesserung der medizinischen Versorgung sowie eine sektorenübergreifende Vernetzung.

TK in Schleswig-Holstein startet Vernetzungsoffensive mit Kliniken

Die TK will zusammen mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und der Schmerzklinik Kiel das digitale Entlassmanagement auf den Weg bringen. Geplant ist, dass TK-Versicherte ihren Entlassbericht nach einem Krankenhausaufenthalt in TK-Safe erhalten. So kann eine ambulante Weiterbehandlung schneller und gezielter erfolgen. Neben dem UKSH und der Schmerzklinik Kiel planen auch die nordBlick Augenklinik Bellevue in Kiel und die Park-Klinik Manhagen in Großhansdorf ihr Entlassmanagement an TK-Safe anzubinden. Die Krankenhäuser werden dazu ihre Informationssysteme mit einer von IBM Deutschland geschaffenen Schnittstelle verbinden, die die Übermittlung der Entlassberichte an TK-Safe ermöglicht. Bürokratische Aufwände können mit einem digitalen Entlassmanagement in Zukunft vermieden werden, Ärzte und Patienten werden entlastet.

Mit der Integration von Entlassmanagement und Migräne-App in TK-Safe verfolgen wir weiter unsere Vernetzungsoffensive in Schleswig-Holstein.  (Sören Schmidt-Bodenstein)

Schmerztagebuch für Migräne-Patienten  soll Unterstützung bieten


Nicht nur das Entlassmanagement von Kliniken soll in Zukunft in TK-Safe integriert werden. Eine weitere Schnittstelle soll perspektivisch die Migräne-App der Schmerzklinik Kiel mit der Akte verbinden. Das in der App geführte Schmerztagebuch kann dann in die eGA übertragen und dem behandelnden Arzt mit sämtlichen gesammelten Gesundheitsinformationen des Patienten zur Verfügung gestellt werden. Beide Apps unterstützen das Selbstmanagement des Patienten und tragen zu einer zielgerichteten Diagnose und Therapie von Krankheiten wie hier Migräne bei.  

State­ment eGA : Prof. Dr. Harmut Göbel


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Hohe Zustimmung für elektronische Gesundheitsakte im Norden


Immer mehr Menschen nutzen Gesundheits-Apps oder informieren sich zu Gesundheitsthemen im Internet. Drei Viertel der in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK befragten Menschen finden die Idee einer eGA gut oder sehr gut. Derzeit wird TK-Safe mit mehr als 100.000 Nutzern in einer Beta-Version getestet. Täglich kommen 500 neue Testpersonen dazu. 

State­ment eGA: Dr. Henrik Herr­mann


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