Saarbrücken, 17. Juni 2020. Die Belastungen durch die Corona-Pandemie haben nur geringfügige Auswirkungen auf die Schlafqualität der Menschen im Saarland sowie in Rheinland-Pfalz und Hessen. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Lediglich sieben Prozent der Befragten in der Region gaben an, dass die Pandemie ihre Schlafqualität verschlechtere. Bundesweit wirkt sich die Situation bei immerhin jedem zehnten Untersuchungsteilnehmer negativ auf die Nachtruhe aus.

Genügend Schlaf ist wichtig für die Gesundheit

"Ausreichender und erholsamer Schlaf ist ein wichtiger Baustein psychischer und physischer Gesundheit. Der Körper regeneriert beim Schlafen und ist am nächsten Tag wieder leistungsfähig", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland. Dauerhaft schlechter oder mangelnder Schlaf stört diese Prozesse und kann langfristig die Gesundheit beeinträchtigen. So können Schlafstörungen mit einem erhöhten Risiko für Depressionen und Angststörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und Adipositas einhergehen. 

Fast zwei Drittel der Erwachsenen schlafen gut

Insgesamt sind viele Frauen und Männer in den drei Bundesländern mit ihrem Schlaf zufrieden. Das belegt eine weitere Forsa-Umfrage im Auftrag der TK, die im Dezember 2019 - also noch vor dem Ausbruch der Pandemie - durchgeführt wurde. So sagten sechs von zehn Befragten, dass sie insgesamt gut oder sogar sehr gut schlafen (62 Prozent). Mehr als die Hälfte der Befragten aus der Region (51 Prozent) gaben jedoch an, Probleme beim Durchschlafen zu haben. Beim Einschlafen zeigen sich bei 22 Prozent Probleme. Ein Fünftel gaben an, dass sie häufig zu früh aufwachen und wachliegen, bis der Wecker klingelt. 

Höheres Stressempfinden durch Corona

Negative Auswirkungen der Corona-Situation zeigt die aktuelle Forsa-Umfrage beim persönlichen Stressempfinden der Menschen: So gaben beispielsweise 32 Prozent der Befragten an Rhein, Main und Saar an, sie seien aktuell "sehr stark" beziehungsweise "stark" belastet, weitere 59 Prozent empfinden ein "bisschen" mehr Belastung angesichts der Pandemie. Eine verstärkte Neigung zur "Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit" geben 28 Prozent an. "In der derzeitigen Situation wird den Menschen mental einiges abverlangt. Angesichts dessen ist gerade jetzt ein guter und  erholsamer Schlaf besonders wichtig", resümiert der TK-Landeschef Groh. 

Online-Schlaftraining unterstützt Schlechtschläfer passgenau

Für Menschen mit Schlafproblemen hält die TK ein spezielles Angebot vor: das Online-Schlaftraining Mementor. Das Training hilft bei Schlafproblemen unkompliziert und passgenau. Der Nutzer dokumentiert seine individuellen Schlafdaten und bekommt dann, genau darauf zugeschnitten, Übungen und Verhaltensempfehlungen vorgeschlagen, die nachweislich zu einer Verbesserung des Schlafs führen. Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Schlafenszeiten und der Verzicht auf schwere Mahlzeiten, koffeinhaltige Getränke und Alkohol vor dem Zubettgehen. Aktuelles Schlafwissen zur Bedeutung der verschiedenen Schlafphasen und der Schlafumgebung, ein digitales Schlaftagebuch und praktische Übungen wie die Progressive Muskelentspannung ergänzen das Online-Training. 

Besserer Schlaf bei 60 Prozent der Nutzer

Bei einer Zufriedenheitsbefragung 2019 gaben fast 60 Prozent der befragten Nutzer an, ihr Schlaf habe sich durch das Online-Schlaftraining verbessert. Die wichtigsten Gründe, das Digitalangebot zu nutzen, waren "besser durchschlafen" (79 Prozent), "tagsüber leistungsfähiger werden" (61 Prozent), "schneller einschlafen" (56 Prozent) und "Schlafdauer steigern" (46 Prozent). Die wissenschaftliche Grundlage für das Online-Schlaftraining bilden die kognitive Verhaltenstherapie und schlafmedizinische Leitlinien. Das Training wurde von dem Schweizer Start-up Mementor in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich und einer Schweizer Klinik für Schlafmedizin entwickelt. Weitere Informationen bietet die Website der TK unter tk.de, Suchnummer 2010652.

Hinweis für die Redaktion

Für ein Update der 2017 veröffentlichten TK-Schlafstudie "Schlaf gut, Deutschland" hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK im Zeitraum vom 4. bis 16. Dezember 2019 einen bevölkerungsrepräsentativen Querschnitt der Erwachsenen in Deutschland befragt. Für das Pandemie-Update wurden zudem im Zeitraum vom 13. bis 26. Mai 2020 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen unter anderem zu ihrem Schlafverhalten befragt.