Mainz, den 17. Juni 2020. Sorge um die Liebsten, ständige Erreichbarkeit im Homeoffice oder strapaziöse Kinderbetreuung - eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, dass die Corona-Pandemie sich nur geringfügig auf die Schlafqualität der Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland auswirkt. "Lediglich sieben Prozent der Befragten in diesen drei Bundesländern gaben an, aufgrund der Pandemie, schlechter zu schlafen", erklärt Jörn Simon, Leiter der rheinland-pfälzischen Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK). Bundesweit sieht immerhin jeder zehnte Untersuchungsteilnehmer einen negativen Einfluss hinsichtlich der Nachtruhe. 

Zwei Drittel der Rheinland-Pfälzer schlafen gut aber zu kurz

Nur wenige Monate zuvor hatte die TK in einer weiteren Forsa-Umfrage die Schlafqualität der Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland untersucht. Schon diese attestierte der Teilnehmermehrheit einen recht guten Schlaf: Demnach beschrieben 62 Prozent ihre Schlafqualität als "sehr gut" beziehungsweise "gut" Auf die, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen, sieben bis neun Stunden Schlaf bringt es allerdings nur gut die Hälfte der Menschen in diesen drei Bundesländern (51 Prozent). Die knappe andere Hälfte schläft weniger als sieben Stunden während einer gewöhnlichen Arbeitswoche, holt dann aber am Wochenende das Defizit auf. "Ausreichend zu schlafen ist die Grundvoraussetzung dafür, dass das Immunsystem, eindringende Viren erkennen und effektiv bekämpfen kann. Inzwischen belegen zahlreiche Studien, dass Schlafmangel bereits nach wenigen Tagen eine erhöhte Infektanfälligkeit nach sich zieht und zudem die Ausschüttung von Stresshormonen begünstigt", erläutert Andreas Bartels, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz.

Corona führt zu gesteigertem Stressempfinden

Allerdings zeigt die aktuelle Forsa-Umfrage, die das Schlaglicht auf ein verändertes Erleben durch Corona legte, dass bei vielen Menschen ein gesteigertes Stressempfinden zu beobachten ist: So gaben beispielsweise 32 Prozent der Befragten an Rhein, Main und Saar an, sie seien aktuell "sehr stark" beziehungsweise "star" belastet, weitere 59 Prozent empfinden ein"bisschen" mehr Belastung angesichts der Pandemie. Eine verstärkte Neigung zur "Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenhei" geben 28 Prozent an. "Diese Befragungsergebnisse offenbaren, dass die Auswirkungen der Pandemie den Menschen insbesondere mental einiges abverlangt", resümiert der TK-Landeschef Simon.  

Online-Schlaftraining kann Nachtruhe verbessern

Für Menschen mit Schlafproblemen hält die TK ein spezielles Angebot vor: das Online-Schlaftraining Mementor. Der Nutzer dokumentiert seine individuellen Schlafdaten und erhält infolgedessen Übungen und Tipps, um die Schlafqualität zu verbessern. Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Schlafenszeiten und der Verzicht auf schwere Mahlzeiten, koffeinhaltige Getränke und Alkohol vor dem Zubettgehen. Aktuelles Schlafwissen zur Bedeutung der verschiedenen Schlafphasen und der Schlafumgebung, ein digitales Schlaftagebuch und praktische Übungen wie die Progressive Muskelentspannung ergänzen das Online-Training. 
 

Hintergrund für die Presse

Für ein Update der 2017 veröffentlichten TK-Schlafstudie  Schlaf gut, Deutschland  hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK im Zeitraum vom 4. bis 16. Dezember 2019 einen bevölkerungsrepräsentativen Querschnitt der Erwachsenen in Deutschland befragt. Für das Pandemie-Update wurden zudem im Zeitraum vom 13. bis 26. Mai 2020 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen unter anderem zu ihrem Schlafverhalten befragt.