Saarbrücken, 27. Juli 2020. Angesichts der Corona-Pandemie wollen immer mehr Patienten ärztliche Videosprechstunden nutzen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) ist die Akzeptanz von Online-Sprechstunden besonders im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Hessen gestiegen. Im Dezember konnten sich in den drei Bundesländer gerade einmal 27 Prozent der Befragten vorstellen, sich über einen Videochat von Ärzten behandeln zu lassen - bundesweit der niedrigste Wert. Die Corona-Pandemie hat die Vorbehalte gegen diese Behandlungsmöglichkeit deutlich zurückgehenlassen. Aktuell kann sich mit 51 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten an Saar, Rhein und Main vorstellen, ärztliche Videosprechstunden zu nutzen. Das ist nach Baden-Württemberg (58 Prozent) der höchste Zustimmungswert.

Angst vor Ansteckung ist ein großer Faktor 

"Die Angst vor einer möglichen Ansteckung ist im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Hessen ein wichtigerer Grund, Videosprechstunden zu nutzen als in anderen Bundesländern", sagt Stefan Groh, Leiter der saarländischen TK-Landesvertretung. Während das hier 71 Prozent der Befragten angaben, waren es im Bundesdurchschnitt nur 45 Prozent. Groh ergänzt: "Die meisten Menschen nutzen die Video-Konsultation aber besonders aus einem Grund: der Zeitersparnis." An Saar, Rhein und Main gaben dies 78 Prozent als Grund an, bundesweit 74 Prozent.

Fachärztemangel führt zu Teilnahme an Videosprechstunden

Doch es spielen auch strukturelle Probleme eine Rolle - anscheinend auch verstärkt im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Hessen. Hier gaben drei von zehn Befragten an, dass der Fachärztemangel vor Ort ein Grund sei, die neue Technik zu nutzen. Bundesweit gaben das 25 Prozent an.

Generation 70 plus: Jeder Dritte dafür 

Die Umfrage im Auftrag der TK hat aber auch gezeigt, dass Online-Sprechstunden nicht nur bei der jungen Generation ankommen. Selbst bei den Befragten ab 70 Jahren gibt bundesweit aktuell fast jeder Dritte (29 Prozent) an, dass er seinen Arzt auch per Videotelefonie konsultieren würde. Im Dezember sprachen sich in der Generation 70 plus nur 13 Prozent für eine Online-Sprechstunde aus. Das zeigt, dass angesichts der Corona-Pandemie die Aufgeschlossenheit für eine Behandlung per Videotelefonie in allen Altersgruppen zugenommen hat.

Hinweis für die Redaktion

Für die bevölkerungsrepräsentativen Umfragen hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK sowohl im Dezember 2019 als auch im Mai 2020 bundesweit jeweils 1000 Menschen ab 18 Jahren befragt.