Bisher läuft es im Krankheitsfall so ab: Der Arbeitnehmer bekommt vom Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) in dreifacher Ausführung - zur Vorlage bei der Krankenkasse, beim Arbeitgeber und für die eigenen Unterlagen. Das verursacht Tonnen von Papiermüll und vor allem viel Aufwand für die Patienten. Jedes Jahr werden bundesweit etwa 75 Millionen Krankmeldungen ausgestellt - und das in dreifacher Ausführung. Durch die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) könnten damit künftig insgesamt 225 Millionen bedruckte Blätter eingespart werden.

Im Pilotprojekt "elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung" (eAU) der TK findet die Übermittlung des gelben Scheins an den Arbeitgeber künftig ganz automatisch statt. Als erste Arbeitgeber sind die TK und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) angebunden.

Wissenswertes zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung 

Wie funk­tio­niert die elek­tro­ni­sche Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung?


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Schnellere Prozesse durch Digitalisierung

Seit September 2017 können teilnehmende Ärzte, vorwiegend aus Schleswig-Holstein und Hamburg, die AU-Bescheinigung einfach per Mausklick an die TK übermitteln. Seit Juni 2018 können auch über 1.000 Ärzte aus Nordrhein-Westfalen mit der Praxissoftware Duria eG am Projekt teilnehmen.

Nun geht die digitale Krankschreibung zum nächsten Schritt über: TK-versicherte Arbeitnehmer müssen ihre AU-Bescheinigung nun nicht mehr persönlich oder auf postalischem Wege einreichen. Stimmt der Patient in der Arztpraxis einer elektronischen Übermittlung der AU-Bescheinigung zu, kann der Arbeitgeber den gelben Schein einfach anfordern.

Dieser wird anschließend durch die TK elektronisch zur Verfügung gestellt. Über die Diagnose der Mitarbeiter erfährt der Arbeitgeber dabei nichts. Die Mitarbeiter müssen sich im Krankheitsfall somit nur noch telefonisch krankmelden. Voraussetzung ist, dass auch der zuständige Arzt am Pilotprojekt teilnimmt. Der Datenaustausch zwischen den Arbeitgebern und der TK erfolgt nach den bestehenden Regelungen durch eine gesicherte und verschlüsselte Datenübertragung.

Elektr. Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung

TK-Infografik zum Prozess der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

TK-versicherte Mitarbeiter der TK und des Uni-Klinikums Schleswig-Holsteins (UKSH) müssen sich seit Juli 2018 im Krankheitsfall nur noch telefonisch beim Arbeitgeber krankmelden.

Im weiteren Verlauf des Projekts möchte die TK auch den Versichertendurchschlag der AU-Bescheinigung elektronisch zur Verfügung stellen. So würden alle drei Bescheinigungen digitalisiert - und der Prozess der Krankschreibung dadurch schneller und transparenter.

Aktuelle Zahlen

Stand heute nehmen an dem elektronischen Versand des gelben Scheins an die Krankenkasse mehr als 33.000 Versicherte und rund 700 Ärzte teil - überwiegend aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Mehr als 100.000 Bescheinigungen konnten seit Start der ersten Projektphase im September 2017 erfolgreich bei der TK verarbeitet werden.