Nach einer Hodenkrebs-Operation ist eine optimale Nachsorge besonders wichtig. Erfahrungen des eKonsils Onkologie zeigen: Jeder dritte Patient mit Hodenkrebs erhält eine andere Therapie als ursprünglich vorgesehen, wenn der behandelnde Arzt nach der Diagnose eine Expertenmeinung bei einem Mediziner aus dem Konsil einholt.

Fachärzte erhalten Unterstützung 

Hodenkrebs gehört mit jährlich rund 4.200 Neufällen zu den eher seltenen Krebsarten. Studien zeigen, dass langjährige Erfahrung in diesem Bereich bei der Behandlung einen großen Einfluss auf die Qualität und den Erfolg einer Hodenkrebsbehandlung hat. Hier setzt das eKonsil an. Über eine Online-Plattform des aQua-Instituts können sich die behandelnden Fachärzte jederzeit bundesweit und kostenfrei mit Experten von universitären urologischen Zentren zu ihrem Therapieplan für die Erst- oder Weiterbehandlung beraten lassen. Die nächsten Behandlungsschritte bespricht der Facharzt dann gemeinsam mit dem Patienten im Rahmen der gemeinsamen Entscheidungsfindung.

Höhere Qualität der Behandlung und Nachsorge

Durch eine fundierte Zweitmeinung wird die Qualität der Behandlung und Nachsorge erheblich gesteigert. Ziel ist es vor allem, unnötige und belastende Therapien (z. B. Chemotherapien) zu vermeiden bzw. so zu gestalten, dass möglichst wenig unerwünschte Nebenwirkungen und Spätfolgen auftreten. Dadurch wird eine Über- oder Untertherapie vermieden, eine strukturierte, qualitätsgesicherte Nachsorge ist sichergestellt und Nebenwirkungen und mögliche Spätfolgen der Chemotherapie werden reduziert oder sogar ausgeschlossen.

Onlineportal für Ärzte

Ärzte können im Onlineportal des eKonsils, das das aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH in Göttingen bereitstellt, recherchieren, welche Praxen, Kliniken und Therapie-Einrichtungen mit ihrem Expertenrat zur Verfügung stehen. Aus Hessen ist Dr. Gerson Lüdecke, Leitender Oberarzt der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Gießen, im Onlineportal als Zweitmeinungsgeber vertreten. Zudem bietet das eKonsil auch Fachärzten für Gynäkologie bei Eierstock-, Eileiter- und Bauchfellkrebs eine Beratung von Arzt zu Arzt an.

Professor Mark Schrader

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Chefarzt Urologie am Helios Klinikum Berlin-Buch und Leiter des Zweitmeinungsprojekts

"Alle Beteiligten profitieren von diesem Netzwerk - einer weltweit einzigartigen Kooperation. Die Therapie wird 'besser', der Informationsaustausch zwischen den primär behandelnden Ärzten und Experten wird einfacher und Patienten können flächendeckend mit Expertenrat versorgt werden, ohne dass sie sich selbst Expertenrat suchen müssen."