Mainz, 5. Oktober 2020. Kopfschmerzen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. So haben laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) fünf von hundert Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland mehrmals in der Woche Kopfschmerzen, zum Teil sogar täglich. Bis zu dreimal im Monat hat rund ein Viertel der Umfrageteilnehmer Kopfschmerzen, seltener als einmal im Monat ein knappes Drittel.

38 Prozent der Menschen im Umfragegebiet bezeichnen sich als kopfschmerzfrei. "Auffällig ist, dass insbesondere Frauen von häufigeren Attacken geplagt werden: Jede fünfte Frau hat ein- oder mehrmals in der Woche Kopfschmerzen, bei den Männern ist es nur jeder fünfundzwanzigste. Auch trifft es eher die jüngeren, unter 40-jährigen, als die Senioren", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. 

Top Fünf der Kopfschmerzauslöser

Als häufige Auslöser für Kopfschmerzen werden von den Menschen an Rhein, Main und Saar genannt: Muskelverspannungen im Nacken oder Rücken (71 Prozent), zu wenig Flüssigkeitszufuhr (65 Prozent), Stress oder seelische Belastungen (55 Prozent), das Wetter (49 Prozent) und zu wenig oder zu schlechter Schlaf (62 Prozent).

Schneller Griff zur Tablette

15 Prozent der Kopfschmerz-Betroffenen warten nicht lange ab und greifen bei Beschwerden zu einem Medikament. In drei von vier Fällen sind das ausschließlich rezeptfreie Mittel: Am häufigsten wird Ibuprofen, dicht gefolgt von ASS genommen. Jeder Vierte, der zu rezeptfreien Mitteln greift (24 Prozent), hat sie schon einmal mehrere Tage am Stück eingenommen. Vier Prozent der Befragten, die zu rezeptfreien Kopfschmerzmitteln greifen, sagen, dass sie mehrmals in der Woche oder sogar täglich solche Präparate verwenden. "Das ist ein riskanter Konsum, der mit der Gefahr von gravierenden Nebenwirkungen einhergeht. Beispielsweise können Schmerzmittel, wenn sie häufig eingenommen werden, selbst Kopfschmerzen auslösen, was kaum jemand weiß. Und viele Wirkstoffe schlagen natürlich auch auf den Magen oder die Leber", sagt Simon.

Was hilft sonst noch?

Um Kopfschmerzen loszuwerden, versuchen Betroffene auch nicht-medikamentöse Maßnahmen. 94 Prozent setzt auf frische Luft und fast ebenso viele auf mehr Flüssigkeitsaufnahme. Über zwei Drittel der Rheinland-Pfälzer, Hessen und Saarländer probieren es mit Schlafen und rund 63 Prozent mit Stressabbau und Entspannung. Auch körperliche Bewegung steht bei jedem zweiten Betroffenen auf der To-Do-Liste.

Unterstützung per App

Fast ein Drittel der Kopfschmerz-Betroffenen fühlt sich beim Auftreten der Schmerzen in seiner Lebensqualität stark eingeschränkt. Jeder zehnte Befragte gab an, in den vergangenen zwölf Monaten mehrmals eine Migräne-Attacke erlitten zu haben. Wer häufig unter starken Kopfschmerzen oder sogar Migräne leidet und deshalb oft Medikamente einnimmt, kommt fast nicht um ein Kopfschmerztagebuch herum.

Leichter wird das Führen eines solchen, wenn man es immer in der Hosentasche dabei hat. Deshalb hat die TK in enger Zusammenarbeit mit Experten der Schmerzklinik Kiel und des bundesweiten Kopfschmerzbehandlungsnetzes die Migräne-App für das Mobiltelefon entwickelt. In einer Studie wurde nachgewiesen, dass Befragte bei Nutzung der App durchschnittlich rund drei Tage im Monat weniger an Kopfschmerzen leiden als ohne Nutzung. 

Hinweis für die Redaktion:

Für die repräsentative Forsa-Umfrage wurden Ende Februar/Anfang März 2020 1.001 Personen über 18 Jahren bundesweit befragt, davon 137 im Ländergebiet Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland.