Berlin/Potsdam, 4. September 2018. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Berliner und Brandenburger leidet häufiger oder sogar dauerhaft unter Migräne oder Kopfschmerzen. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich des Tages des Kopfschmerzes am 5. September mit. Eine gemeinsam mit der Schmerzklinik Kiel entwickelte App hilft Betroffenen, die Schmerztage zu reduzieren. In Berlin und Brandenburg können sich Patientinnen und Patienten an mehrere Ärzte wenden, die in das Programm eingebunden sind. 

Digitale Unterstützung senkt Kopfschmerztage

Seit knapp zwei Jahren ist die Migräne-App bei betroffenen Versicherten der TK im Einsatz. Eine Online-Studie unter Nutzern der App hat gezeigt, dass sich die Schmerztage um 25 Prozent verringern lassen. So haben die Betroffenen, die die App einsetzen, durchschnittlich drei Tage weniger Schmerzen - an 10 statt 13,3 Tagen im Monat. Anja Mädrich, Leiterin regionales Vertragswesen in Berlin und Brandenburg: "Health Apps können aktiv dazu beitragen, die Gesundheit der Nutzer zu verbessern. Dafür ist die Migräne-App ein gutes Beispiel. Wichtig ist es, die Apps, die auf den Markt kommen, anhand ihres Nutzens zu klassifizieren. Dazu braucht es klare Rahmenbedingungen." Menschen in Berlin und Brandenburg, die die Migräne-App nutzen wollen, können teilnehmende Ärzte in ihrer Nähe kontaktieren.
Die Migräne-App unterstützt die Patienten dabei, ihre Kopfschmerzen besser zu managen. Schmerzkalender, progressive Muskelentspannung oder der beste Zeitpunkt für die Medikamenteneinnahme - wie ein Cockpit zeigt die Migräne-App dem Patienten, wo er gerade steht und was er in diesem Moment gegen die Schmerzen tun kann.

Mehr Berliner und Brandenburg mit Kopfschmerzen im Krankenhaus

In den letzten Jahren mussten mehr Menschen in der Region ihre Schmerzen im Krankenhaus behandeln lassen. Während es 2010 in der Hauptstadt 842 Krankenhauseinweisungen wegen Migräne gab, stieg die Zahl bis 2016 auf über 1.200. Das geht aus Daten der Gesundheitsberichterstattung des Bundes hervor. Hinzu kommen sonstige Kopfschmerzen wie Cluster-Kopfschmerz mit 928 und andere Kopfschmerzen mit 1.379 Fällen.
Auch in Brandenburg wurde ein Anstieg der stationären Migräne-Fälle von 2010 bis 2016 registriert. Die Zahl stieg von 647 auf 1055 um 63 Prozent. Sonstige Kopfschmerzen als Diagnose wurden 2016 bei 729 Fällen gestellt. 1.048 Fälle mussten aufgrund anderer Kopfschmerzen im Krankenhaus behandelt werden.

Hinweis an die Redaktionen

Für die TK-Stressstudie 2016 "Entspann dich, Deutschland" befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Juni und Juli 2016 im Auftrag der TK zum dritten Mal einen bevölkerungsrepräsentativen Querschnitt der Erwachsenen in Deutschland zu ihrem Stresslevel und ihrem Umgang mit Stress.