Kiel, 13. Juni 2019. Frauen bekommen viel häufiger Migränemedikamente verordnet als Männer. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Gesundheitsreports 2019 der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach bekamen im vergangenen Jahr fast fünfmal so viele Frauen spezifische Medikamente gegen Migräne und Kopfschmerzen - sogenannte Triptane - verschrieben. So wurden im Schnitt 25 Frauen je 1.000 Versicherte Präparate gegen Migräne verordnet. Bei den Männern waren es im Schnitt fünf je 1.000 Versicherte. 

Frauen im mittleren Alter besonders häufig betroffen 

Auch beim Blick auf die Altersgruppen gibt es deutliche Unterschiede. Die aktuellen Daten des TK-Gesundheitsreports zeigen: Frauen im mittleren Alter zwischen 45 und 54 Jahren sind besonders häufig betroffen. Hier kommen im Schnitt 32 Migränepatientinnen mit Triptane-Verordnung auf 1.000 Versicherte. Bei den über Sechzigjährigen und unter 19-Jährigen ist der Anteil dagegen deutlich geringer. "Die Doppelbelastung durch Beruf und Familienleben der sogenannten 'Sandwich-Generation' könnte eine Erklärung für die häufigen Verordnungen im mittleren Alter sein", sagt Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK in Schleswig-Holstein. 

Migräne-App aus Kiel wirkt 

Digitale Anwendungen können den Betroffenen dabei helfen, chronischen Kopfschmerzen und Migräne langfristig entgegenzuwirken und sogar die Einnahme von Medikamenten reduzieren. Die TK-Migräne-App ist von Experten der Schmerzklinik Kiel gemeinsam mit Wissenschaftlern und Versorgungsexperten der TK sowie Selbsthilfegruppen entwickelt worden. Die Anwendung dokumentiert den Verlauf von Migräne und Kopfschmerzen mit aktiver Dateneingabe. Sie meldet aggregierte Informationen aus dem Datensatz zurück und unterstützt so den Patienten als auch den betreuenden Ärzten in der Verlaufs- und Erfolgskontrolle sowie der Therapieanpassung. Zusätzlich leisten die in der App enthaltenen Entspannungsübungen, Coachings und die Vernetzung von Betroffenen in einer bundesweiten digitalen Selbsthilfe-Community erste Hilfe bei akuten Kopfschmerzen und Migräneanfällen. 

Eine aktuelle Wirksamkeitsstudie belegt den Erfolg der digitalen Anwendung: "Die Studie zeigt deutlich, dass die Patienten von der Begleitung durch die Migräne-App profitieren. Sie haben zum einen weniger Kopfschmerztage pro Monat und zum anderen nimmt auch die Notwendigkeit für die Einnahme von Akutmedikamenten gegen Kopfschmerzen ab", sagt Prof. Dr. Hartmut Göbel, ärztlicher Direktor der Schmerzklinik Kiel. 

Mehr als 40 Schmerzexperten in SH

Die Migräne-App unterstützt auch bei der Suche nach dem nächsten Schmerzexperten. "Allein in Schleswig-Holstein nehmen inzwischen mehr als 40 Schmerzexperten an dieser Form der Versorgung teil. So zeigt die Migräne-App einmal mehr, wie ein digitales Angebot intelligent mit der regionalen Versorgung vor Ort verknüpft werden kann. Sie bietet einen echten Mehrwert für betroffene Patienten", sagt Sören Schmidt-Bodenstein. 

Insgesamt wurde die Migräne-App bereits rund 167.000 Mal heruntergeladen. Sie ist kostenlos zur Installation für iOS, Apple Watch und Android verfügbar.

Hinweis für die Redaktionen

Für den Gesundheitsreport 2019 hat die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund 5,16 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. 
 
Im TK-Fehlzeiten-Tool lassen sich online  Daten zum Krankenstand, Arbeitsunfähigkeitsfällen und Arbeitsunfähigkeitstagen beliebig nach Branchen, Bundesländern und Tätigkeiten filtern. 
 
Die Infografik "Migräne trifft Frauen fast fünfmal so häufig wie Männer" steht im Downloadbereich zur Verfügung.
 
Weitere Informationen zu den Angeboten der TK im Bereich Kopfschmerztherapie finden Sie auf unserer Homepage. 
 
Weitere Informationen zur TK-Migräne-App und zur Migräne-App-Studie 2018 gibt es auf www.tk.de.