Saarbrücken, 22. Mai 2019. Ein Piepen im Ohr ist schon auf kurze Dauer ziemlich unangenehm. Doch für Patienten mit chronischem Tinnitus ist das quälender Alltag. Um ihnen eine Linderung zu verschaffen - eine Heilung ist bis heute noch nicht möglich - gibt es für Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) seit einiger Zeit die Tinnitracks Neuro-Therapie. Dabei wird die Frequenz, die die Reizung im Ohr auslöst, aus der eigenen Musik herausgefiltert. Durch regelmäßiges Hören dieser Musik können die Beschwerden deutlich verringert werden.

Basis-Therapie bietet auch Videosprechstunden

Nun geht die TK den nächsten Schritt. Auch im Saarland ist nach Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen ab sofort die Tinnitracks Basis-Therapie für TK-Versicherte verfügbar. Sie bietet neben einer leitliniengerechten Therapie auch spielerische Multimediainhalte. Außerdem ist die ergänzende ärztliche Versorgung über eine individuelle Videosprechstunde in das Angebot der Firma Sonormed integriert. Entwickelt wurde das Therapieformat gemeinsam von der TK, Sonormed, dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. und der Schön Klinik Roseneck. Beide Therapieformen müssen vor der Nutzung von einem der teilnehmenden HNO-Ärzten verschrieben werden. Im Saarland bieten erste Praxen die beiden Therapien an.

"Wir freuen uns sehr, dass wir unseren Versicherten nun einen weiteren Versorgungsbaustein anbieten können", erklärt Daniel Konrad, Pressereferent der TK-Landesvertretung im Saarland. "Die Therapie ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung neue Versorgungsformen in der Gesundheitsbranche schaffen kann." Sie sei ein wichtiges Puzzleteil des digitalen Versorgungsportfolios der TK.

Ministerin Bachmann als Unterstützerin

Auch die saarländische Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Monika Bachmann, ist von der neuen Behandlungsmöglichkeit begeistert. Sie hat sich dafür eingesetzt, dass die Therapie auch im Saarland schon jetzt verfügbar ist. "Der technologische Fortschritt, den die Therapie von chronisch oder akut kranken Menschen in den letzten Jahren gemacht hat, ist immens. Ich freue mich, dass die Techniker Krankenkasse innovativen Ideen eine Chance gibt, wie im Fall der neuen Tinnitracks-App, und sie in ihren Leistungskatalog mitaufnimmt", sagt Bachmann.

Von der Abschlussarbeit zum fertigen Medizinprodukt

Doch wie kam es überhaupt zu der Idee? "Durch einen Impuls eines Tinnitus-Therapeuten entwickelte Adrian Nötzel, einer der Gründer von Sonormed, im Rahmen seiner Abschlussarbeit eine Umsetzung des Tailor-Made Notched Music Trainings zur Tinnitus-Behandlung. Diese Methode wird in der Neuro-Therapie angewendet. Es wurde ein sicherer und einfacher Zugang für Betroffene geschaffen und diese Therapie eignet sich ideal für die Umsetzung als Medizin-App", erklärt Fabian Arndt, Key-Account-Manager von Sonormed.

Das sei der Startschuss für den Aufbau des Tinnitracks-Produkts und der dazugehörigen Infrastruktur der Sonormed gewesen. Durch einen frühen Austausch mit Medizinern, Ingenieuren und Medizintechnologieexperten wurde schließlich eine marktfähige Lösung entwickelt, die auch den rechtlichen Anforderungen entspricht.

Zusammenarbeit trägt Früchte

In diesem Zusammenhang spielte die Kooperation von TK und Sonormed eine wichtige Rolle, weiß Fabian Arndt: "Der Aufbau von Tinnitracks und der dahinterstehenden Infrastruktur war sehr aufwändig. Die TK hat einen großen Anteil daran, dass wir das notwendige Know-How in der Zusammenarbeit mit Krankenkassen entwickeln konnten. Auch bei der Weiterentwicklung der Tinnitracks-App um die Basis-Therapie, konnten wir auf die Unterstützung der TK bauen."

Das Lob kann die TK dabei zurückgeben: "Die Kooperation mit Sonormed ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir Startups beim Markteintritt unterstützen können. Die Zusammenarbeit mit dem Team hat hervorragend funktioniert", erklärt Konrad und betont: "Wir werden uns weiter bei der Unterstützung von Innovatoren engagieren, um unseren Versicherten auch durch neue Wege immer die beste Versorgung garantieren zu können."

Teilnehmende Ärzte kann man auf www.tk.de (Suchnummer 2047392) finden.