Bremen, 4. September 2020. Jeder siebte Jugendliche in Bremen klagt über Kopfschmerzen: 14,2 Prozent der 15- bis 19-Jährigen im Land erhielten 2018 diese Diagnose von ihrem Arzt. Das geht aus dem Kopfschmerzreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Damit liegt Bremen über dem Bundesschnitt von 12,8 Prozent. In der Altersgruppe bis 14 Jahren sind bundesweit 4,3 Prozent von Kopfschmerzen betroffen, im Land Bremen sind es mit 3,2 Prozent etwas weniger.

"Wir wissen, dass Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, mit einem enormen Leidensdruck einhergehen und die Lebensqualität stark einschränken. Umso wichtiger ist es, genau abzuwägen, welche Therapieform sich individuell eignet", so Dr. Susanne Klein, Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen.

Nebenwirkungen durch zu viele Schmerzmittel

21,6 Prozent der erkrankten Kinder und Jugendlichen bekamen in Bremen ein Schmerzmittel verordnet. Wer jedoch zu häufig, zu viele Tage hintereinander oder in zu hohen Dosen Kopfschmerzmedikamente schluckt, riskiert unerwünschte Nebenwirkungen oder auch einen Dauerkopfschmerz.

Viele suchen Alternativen zu Tabletten

Ein Großteil der Betroffenen versucht laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der TK nicht direkt zu Medikamenten zu greifen. Stattdessen sind andere Maßnahmen sehr beliebt: Während 82 Prozent der Norddeutschen bei Beschwerden für frische Luft sorgen, gaben 85 Prozent an, mehr zu trinken. Aber auch Schlafen (72 Prozent), Entspannung (57 Prozent) und körperliche Betätigung (36 Prozent) stehen hoch im Kurs.

Migräne-App bietet Hilfe

Bei 22 Prozent der jungen Bremer Patienten mit einer Kopfschmerzdiagnose wurde Migräne diagnostiziert. Eine Hilfe bei dieser Erkrankung kann die  TK-Migräne-App  sein, die gemeinsam von Schmerzexperten der Schmerzklinik Kiel, der TK und Selbsthilfegruppen entwickelt wurde. "Migräne-Patienten fällt es mit Hilfe der App leichter, einen vom Arzt erstellten Behandlungsplan und die Kopfschmerztherapie einzuhalten", weiß Klein. Eine Studie bestätigt die Wirksamkeit der Anwendung. Nutzer gaben an, durchschnittlich drei Tage im Monat weniger an Kopfschmerzen zu leiden als ohne Nutzung der App.