Bremen, 17. Dezember 2018. Seit gut zwei Jahren erprobt die Techniker Krankenkasse (TK) in fünf Bundesländern Tinnitracks, die erste vom Arzt verordnete App gegen Tinnitus. Jetzt hat die TK das Angebot ausgeweitet: Auch teilnehmende Ärzte in Bremen verschreiben mittlerweile die App, die dem störenden Ton im Ohr mit der Lieblingsmusik des Patienten zu Leibe rückt. Das spezielle Hörtraining - künftig "Tinnitracks Neuro-Therapie" genannt - richtet sich an chronisch Betroffene.

Online-Befragung zeigt: Jeder dritte App-Nutzer profitiert

Eine aktuelle Online-Befragung von Tinnitus-Patienten, die die App nutzen, zeigt: Nach einem Jahr Nutzungsdauer berichten 26 Prozent der Nutzer von einer Besserung ihrer Ohrgeräusche. Sechs Prozent der Befragten sehen sogar eine starke Verbesserung. Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Bremen: "Insgesamt profitiert damit jeder dritte Nutzer von diesem digitalen Angebot."

Mit dem Ton besser leben

Viele Menschen kennen ein Rauschen oder ein Pfeifen im Ohr – Töne, die andere nicht hören. Meist verschwindet der Ton nach kurzer Zeit wieder. Doch eine Reihe von Patienten ist so stark betroffen, dass sie auf ärztliche Hilfe angewiesen sind. Ein Grund hierfür ist der durch den Tinnitus und seine Begleitumstände ausgelöste Stress. Therapien gegen die Störgeräusche zielen daher mehrheitlich darauf ab, den Betroffenen dabei zu helfen, mit dem Ton besser zu leben. Eine Heilung im eigentlichen Sinne ist damit bisher nicht möglich.

Die Tinnitracks Neuro-Therapie hingegen setzt direkt am Tinnitus an: Am Anfang der Behandlung steht der Termin beim HNO-Arzt. Der Facharzt stellt die Diagnose, verordnet die Therapie und bestimmt mit dem Patienten auch die Frequenz des störenden Tons. Einmal in die Tinnitracks-App eingegeben, filtert sie aus der Lieblingsmusik des Patienten - ob Pop, Rock oder Klassik - genau diesen Ton heraus. Die Therapie besteht darin, ein Jahr lang für 90 Minuten täglich die um diese Frequenz gefilterte Musik zu hören. Durch das veränderte Klangbild kann sich die Aktivität der überaktiven Nervenzellen, die für den Tinnitus verantwortlich sind, reduzieren, so dass die Lautstärke des störenden Tons abnimmt.

Ärztliche Aufsicht

Die Therapie erfolgt unter ärztlicher Aufsicht. So gehören auch Kontrolltermine beim Arzt und eine Abschlussuntersuchung dazu.

Ansprechpartnerin Presse

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