Mainz, 19. November 2018. Von Tinnitracks, der ersten vom Arzt verordneten App zur Behandlung von Tinnitus, profitieren künftig auch Patienten in Rheinland-Pfalz. Seit gut zwei Jahren erprobt die Techniker Krankenkasse (TK) in fünf Bundesländern Tinnitracks - jetzt weitet die TK das Angebot aus. Ab sofort können auch teilnehmende Ärzte in RLP die App verschreiben, die dem störenden Ton im Ohr mit der Lieblingsmusik des Patienten zu Leibe rückt. Das spezielle Hörtraining - künftig "Tinnitracks Neuro-Therapie" genannt - richtet sich an chronisch Betroffene.

Online-Befragung zeigt: Jeder dritte App-Nutzer profitiert

Eine aktuelle Online-Befragung von Tinnitus-Patienten, die die App nutzen, zeigt: Nach einem Jahr Nutzungsdauer berichtet mehr als jeder vierte Nutzer von einer Besserung seiner Ohrgeräusche. Sechs Prozent der Befragten sehen sogar eine starke Verbesserung. Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung: "Insgesamt profitiert damit jeder dritte Nutzer von diesem digitalen Angebot."

Tinnitus: Oft verstärkt Stress die Belastung

Viele Menschen kennen ein Rauschen oder ein Pfeifen im Ohr – Töne, die andere nicht hören. Meist verschwindet der Ton nach kurzer Zeit wieder. Doch eine Reihe von Patienten ist so stark betroffen, dass sie auf ärztliche Hilfe angewiesen sind. Ein Grund hierfür ist der durch den Tinnitus und seine Begleitumstände ausgelöste Stress. Therapien gegen die Störgeräusche zielen daher mehrheitlich darauf ab, den Betroffenen dabei zu helfen, mit dem Ton besser zu leben. Eine Heilung im eigentlichen Sinne ist damit bisher nicht möglich.

Mit Pop gegen das Piepen im Ohr

Die Tinnitracks Neuro-Therapie hingegen setzt direkt am Tinnitus an: Am Anfang der Behandlung steht der Termin beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO). Der Facharzt stellt die Diagnose, verordnet die Therapie und bestimmt mit dem Patienten auch die Frequenz des störenden Tons. Einmal in die Tinnitracks-App eingegeben, filtert sie aus der Lieblingsmusik des Patienten - ob Pop, Rock oder Klassik - genau diesen Ton heraus. Die Therapie besteht darin, ein Jahr lang für 90 Minuten täglich die um diese Frequenz gefilterte Musik zu hören. Durch das veränderte Klangbild kann sich die Aktivität der überaktiven Nervenzellen, die für den Tinnitus verantwortlich sind, reduzieren, so dass die Lautstärke des störenden Tons abnimmt.

"Tinnitracks verfolgt einen neuen Ansatz bei der Behandlung von Ohrgeräuschen. Der Vorteil der digitalen Anwendung liegt auf der Hand: Weil sie auch auf mobilen Endgeräten genutzt werden kann, ist sie leicht in den Alltag zu integrieren", erklärt Jörn Simon. Die Therapie erfolgt unter ärztlicher Aufsicht. So gehören auch Kontrolltermine beim Arzt und eine Abschlussuntersuchung dazu.

Tinnitracks Neuro-Therapie