Erfurt, 21. November 2018. Seit gut zwei Jahren erprobt die Techniker Krankenkasse (TK) Tinnitracks, die bundesweit erste vom Arzt verordnete Gesundheits-App. Ab sofort können auch teilnehmende Ärzte in Thüringen die App, die dem störenden Ton im Ohr mit der Lieblingsmusik des Patienten zu Leibe rückt, verschreiben. Das spezielle Hörtraining - "Tinnitracks Neuro-Therapie" genannt - richtet sich an chronisch Betroffene.

Jeder dritte App-Nutzer profitiert

Eine aktuelle Online-Befragung von Tinnitus-Patienten, die die App nutzen, zeigt: Nach einem Jahr berichten 26 Prozent der Nutzer von einer Besserung ihrer Ohrgeräusche. Sechs Prozent der Befragten sehen sogar eine starke Verbesserung. "Insgesamt profitiert damit jeder dritte Nutzer von diesem digitalen Angebot", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

Tinnitus: Oft verstärkt Stress die Belastung

Viele Menschen kennen ein Rauschen oder ein Pfeifen im Ohr - Töne, die andere nicht hören. Meist verschwindet der Ton nach kurzer Zeit wieder. Doch einige Patienten sind so stark betroffen, dass sie auf ärztliche Hilfe angewiesen sind. Ein Grund hierfür ist der durch den Tinnitus und seine Begleitumstände ausgelöste Stress. Therapien gegen die Störgeräusche zielen daher mehrheitlich darauf ab, den Betroffenen dabei zu helfen, besser mit dem Ton zu leben. Eine Heilung im eigentlichen Sinne ist damit bisher nicht möglich.

Mit Musik gegen das Piepen im Ohr

Die Tinnitracks Neuro-Therapie hingegen setzt direkt am Tinnitus an: Am Anfang der Behandlung steht der Termin beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Der Facharzt stellt die Diagnose, verordnet die Therapie und bestimmt mit dem Patienten auch die Frequenz des störenden Tons. Einmal in die Tinnitracks-App eingegeben, filtert sie aus der Lieblingsmusik des Patienten - ob Pop, Rock oder Klassik - genau diesen Ton heraus.

Die Therapie besteht darin, ein Jahr lang für 90 Minuten täglich die um diese Frequenz gefilterte Musik zu hören. Durch das veränderte Klangbild kann sich die Aktivität der überaktiven, für den Tinnitus verantwortlichen Nervenzellen reduzieren, so dass die Lautstärke des störenden Tons abnimmt.

Ärztliche Aufsicht

Die Therapie erfolgt unter ärztlicher Aufsicht. So gehören auch Kontrolltermine beim Arzt und eine Abschlussuntersuchung dazu. 

Tinnitracks Neuro-Therapie

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