Saarbrücken,  28. November 2018. Seit gut zwei Jahren erprobt die Techniker Krankenkasse (TK) in fünf Bundesländern Tinnitracks, die erste vom Arzt verordnete App gegen Tinnitus. Jetzt weitet die TK das Angebot bundesweit aus: Ab sofort verschreiben auch teilnehmende Ärzte im Saarland die App, die dem störenden Ton im Ohr mit der Lieblingsmusik des Patienten zu Leibe rückt. Das spezielle Hörtraining - künftig "Tinnitracks Neuro-Therapie" genannt - richtet sich an chronisch Betroffene.

Online-Befragung zeigt: Jeder dritte App-Nutzer profitiert

Eine aktuelle Online-Befragung von Tinnitus-Patienten, die die App nutzen, zeigt: Nach einem Jahr Nutzungsdauer berichten 26 Prozent der Nutzer von einer Besserung ihrer Ohrgeräusche. Sechs Prozent der Befragten sehen sogar eine starke Verbesserung. Klaus Rupp, Leiter des Versorgungsmanagements der TK: "Insgesamt profitiert damit jeder dritte Nutzer von diesem digitalen Angebot."

Tinnitus: Oft verstärkt Stress die Belastung

Viele Menschen kennen ein Rauschen oder ein Pfeifen im Ohr – Töne, die andere nicht hören. Meist verschwindet der Ton nach kurzer Zeit wieder. Doch eine Reihe von Patienten ist so stark betroffen, dass sie auf ärztliche Hilfe angewiesen sind. Ein Grund hierfür ist der durch den Tinnitus und seine Begleitumstände ausgelöste Stress. Therapien gegen die Störgeräusche zielen daher mehrheitlich darauf ab, den Betroffenen dabei zu helfen, mit dem Ton besser zu leben. Eine Heilung im eigentlichen Sinne ist damit bisher nicht möglich.

Mit Pop gegen das Piepen im Ohr

Die Tinnitracks Neuro-Therapie setzt direkt am Tinnitus an: Am Anfang der Behandlung steht der Termin beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO). Der Facharzt stellt die Diagnose, verordnet die Therapie und bestimmt mit dem Patienten auch die Frequenz des störenden Tons. Einmal in die Tinnitracks-App eingegeben, filtert sie aus der Lieblingsmusik des Patienten - ob Pop, Rock oder Klassik - genau diesen Ton heraus. Die Therapie besteht darin, ein Jahr lang für 90 Minuten täglich die um diese Frequenz gefilterte Musik zu hören. Durch das veränderte Klangbild kann sich die Aktivität der überaktiven Nervenzellen, die für den Tinnitus verantwortlich sind, reduzieren, so dass die Lautstärke des störenden Tons abnimmt.

Die saarländische Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Monika Bachmann sieht in digitalen Angeboten wie Tinnitracks große Chancen. "Längst hat die Digitalisierung auch in der Welt der Medizin Einzug gehalten. So auch bei dieser Smartphone-App. Ich wünsche den Patientinnen und Patienten, die sich für die Teilnahme an diesem Programm entscheiden, den erhofften Erfolg gegen den Tinnitus“, so Bachmann.

Ärztliche Aufsicht

Die Therapie erfolgt unter ärztlicher Aufsicht. So gehören auch Kontrolltermine beim Arzt und eine Abschlussuntersuchung dazu.

Hinweis für die Redaktionen

Weitere Informationen zum Thema Tinnitus gibt es auf www.tk.de (Suchnummer 2010642).