Karlsruhe/München, 14. Oktober 2019. Fieber, Kopfweh, Hautausschlag - oft stellen sich solche Symptome plötzlich und unerwartet ein. Gut, wenn man dann von zuhause aus online einen Termin vereinbaren und mit dem Arzt per Videochat reden kann. Für Studierende am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Uni Heidelberg machen das jetzt die Münchner Experten für Telemedizin-Anwendungen Minxli und die Techniker Krankenkasse (TK) möglich. In einem von der Landesärztekammer genehmigten Modellprojekt mit dem Namen #ealth4Students erproben sie ab sofort die Fernbehandlung von Studierenden ohne vorherigen Erstkontakt mit dem Arzt.

Einfacher Zugang zu Medizinern

Wer fürs Studium in eine neue Stadt zieht oder aus dem Ausland nach Deutschland kommt, hat meist noch keinen Arzt seines Vertrauens vor Ort. "Studierenden, die sich noch nicht auf die Suche nach einem Arzt gemacht haben, bieten wir einen schnellen und einfachen Zugang zu einem Mediziner", sagt Jennifer Kelly, CEO von Minxli, "Ein entscheidender Mehrwert der Fernbehandlung ist außerdem, dass Studierende nicht lange auf einen Arzttermin warten oder zeitraubende Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen. Auch der Arzt ist durch die Videosprechstunde deutlich flexibler“, betont Kelly. Vor der ersten Nutzung müssen sich TK-versicherte Studierende an den beiden teilnehmenden Universitäten auf der Projektseite registrieren und dann die Minxli-App herunterladen.

Alltägliche Prozesse online abwickeln

"Wir sind sicher, dass junge Menschen gerne auf diese Weise mit ihrem Arzt kommunizieren wollen. Endlich können wir das unter sicheren Bedingungen ermöglichen", so Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Gerade Studierende seien es gewohnt, viele alltägliche Prozesse online abzuwickeln. "Wird dann im Benutzerkonto die Uni-E-Mail-Adresse angegeben, stehen automatisch die am Projekt beteiligten Ärzte zur Auswahl. Zum vereinbarten Termin melden diese sich per Videochat beim Patienten", erklärt Vogt.

In der virtuellen Arztpraxis befragen Mediziner ihre Patienten wie bei einem normalen Arztbesuch genau zur Krankengeschichte, stellen eine Diagnose und leiten schließlich die Therapie ein. "Die Videosprechstunde erfüllt hohe Qualitätsstandards", sagt Dr. Olivier Blanchard, Projektbeauftragter von Minxli. Alle Daten seien nach den neuesten Sicherheitsstandards und Datenschutzrichtlinien verschlüsselt und nur für den behandelnden Arzt und den Patienten zugänglich. Bei Bedarf bieten die Projekt-Ärzte den Teilnehmenden außerdem einen zeitnahen Vor-Ort-Termin an - wenn zum Beispiel eine Krankschreibung oder ein Rezept benötigt wird. Auf Wunsch behandeln die Ärzte ihre Patienten auch in Englisch.

Fernbehandlung als notwendige Ergänzung

Dr. Michael Becker aus Karlsruhe, der bereits Erfahrung als docdirekt-Arzt beim Telemedizin-Angebot der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg gesammelt hat, sieht die Fernbehandlung als notwendige Ergänzung der klassischen Sprechstunde. "Wir sollten die Möglichkeiten, die uns die Digitalisierung bietet, nutzen. Ich bin gespannt, wie das Angebot von der jungen und technikaffinen Klientel, die das Projekt anspricht, angenommen wird." Für die Video-Gespräche nimmt er sich über Mittag, bei Terminlücken oder in den Abendstunden Zeit.

Mit dem Angebot möchte die TK rund 7.000 bei ihr versicherte Studierende in Karlsruhe und Heidelberg ansprechen. Die Evaluation übernimmt das Heinrich Lanz Zentrum an der Universitätsmedizin Mannheim. Es soll herausgefunden werden, inwiefern das Projekt #ealth4Students geeignet ist, einen niederschwelligen Erstkontakt in die hausärztliche Versorgung via Videosprechstunde zu ermöglichen, einen persönlichen Praxisbesuch zu ersetzen und einen Besuch in einer Notfallpraxis oder einem Krankenhaus zu vermeiden.

Minxli - Fern­be­hand­lung per App für Studie­rende

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Vor der ersten Nutzung müssen sich TK-versicherte Studierende an den beiden teilnehmenden Universitäten auf der Projektseite unter www.tk.de, Suchnummer 2065024 , registrieren und dann die Minxli-App herunterladen.