Berlin/Potsdam, 13. Mai 2020. Rund 2.400 Patienten werden jedes Jahr in Berlin und Brandenburg wegen einer Angststörung oder Panikattacken im Krankenhaus behandelt. In der aktuellen Corona-Pandemie bietet die Techniker Krankenkasse (TK) ab sofort die Virtual Reality nutzende Angsttherapie Invirto auch in der Region an. "Patienten können ihre Ängste mit einer psychotherapeutischen App, einer VR-Brille, Übungen zur Angstbewältigung und therapeutischer Begleitung durch Videotelefonate jetzt auch zu Hause selbst angehen", sagt Susanne Hertzer, TK-Chefin in Berlin und Brandenburg.

Erstgespräch per Videotelefonie

Versicherte mit behandlungsbedürftigen Störungen können ab sofort unter der Telefonnummer 040 - 30 92 47 13 ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten für die Invirto-Therapie vereinbaren. Das Erstgespräch mit einer umfangreichen psychotherapeutischen Diagnostik erfolgt während der Corona-Pandemie per Videotelefonie mit einem Therapeuten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Die TK bietet ihren Versicherten Invirto seit Februar an. Aufgrund der ursprünglich notwendigen Erstdiagnostik in den Räumen der UKSH in Lübeck oder Kiel wurde die Therapie überwiegend von Versicherten im norddeutschen Raum genutzt. 

Leitliniengerechte Psychotherapie in den eigenen vier Wänden

Durch die aktuellen Corona-Sonderregelungen ist ein Besuch in der Klinikambulanz in Lübeck oder Kiel ab sofort nicht mehr notwendig. Susanne Hertzer: "Damit können wir unseren Versicherten jetzt dieses Angebot bundesweit zugänglich machen." Studien zufolge leiden zehn Millionen Menschen in Deutschland im Verlauf eines Jahres an einer Angststörung. Sie ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. 

Die Teilnehmer können innerhalb von etwa vier Wochen die komplett leitliniengerechte, App-gestützte Psychotherapie absolvieren. Das Programm umfasst therapeutische Videos, angeleitete Übungen und Virtual-Reality-Szenen, beispielsweise Aufzug- und U-Bahnfahrten, die einen neuen Umgang mit der Angst von zu Hause aus erlauben. Inhalte und Umfang von Invirto entsprechen somit einer Kurzzeitpsychotherapie.

Notfallnummern bieten direkten Kontakt

Kernstück der vom Hamburger Start-up Sympatient entwickelten Therapie ist die Konfrontation mit angstauslösenden Situationen nach therapeutischen Prinzipien. Nach dem Erstgespräch bekommen die Teilnehmer die VR-Brille und einen App-Zugang nach Hause geschickt. Gerade in Corona-Zeiten werden dadurch  Kontakte verhindert und damit auch das Ansteckungsrisiko minimiert. 

Im Behandlungsverlauf erfasst die App regelmäßig die psychische Situation der Teilnehmer anhand eines Fragenkatalogs. Wenn die Teilnehmer eine Verschlechterung ihres psychischen Zustands spüren, haben sie direkten Zugang zu Notfallnummern und können sofort hilfreiche Übungen wiederholen. In Krisenfällen nehmen spezialisierte Mitarbeiter der Klinik mit den Teilnehmern direkt Kontakt auf.

Hinweis an die Redaktion

Weitere Informationen unter www.invirto.de sowie unter www.tk.de.