Hamburg, 18. Dezember 2020. Bereits über 250.000 elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) wurden für Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) ausgestellt. Im Rahmen eines Pilotprojekts können Arztpraxen die Krankschreibung digital an die Krankenkasse übermitteln. Seit Projektbeginn im September 2017 beteiligen sich 1.190 Ärztinnen und Ärzte und übermitteln den "gelben Schein" elektronisch. 

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK: "Die Zahlen zeigen, dass die elektronische Krankschreibung von Versicherten und Ärztinnen und Ärzten gut angenommen wird. Diese Entwicklung freut uns als Initiatoren des Pilotprojekts besonders und zeigt, wie digitale Lösungen den Alltag im Gesundheitswesen vereinfachen."

Der Weg vom Pilotprojekt zum GKV-Standard

Im Rahmen des Pilotprojekts der Techniker Krankenkasse in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) wird die Krankschreibung erstmals auf digitalem Wege auch in Richtung Arbeitgeber übermittelt. Seit 2018 ist das Einreichen des "gelben Scheins" bei den beiden Arbeitgebern TK und UKSH, nach Abstimmung mit dem Patienten, auf elektronischem Wege möglich. Die Arbeitnehmer müssen sich im Krankheitsfall somit nur noch telefonisch krank melden. "Durch die digitalisierte Übermittlung gelangt die Krankschreibung auf dem schnellsten Weg zur Krankenkasse und zum Arbeitgeber", so Thomas Ballast. 

Künftig sollen alle GKV-Versicherten die eAU nutzen können. Das regelt das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Demnach sollte die elektronische Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von den Arztpraxen an die Krankenkassen bereits ab Januar 2021 starten. Dies verschiebt sich nun jedoch auf den 1. Oktober 2021. Auch das digitale Übermittlungsverfahren an den Arbeitgeber startet nicht wie geplant im Januar 2022. Mit dem Gesetz zur "Digitalen Rentenübersicht", das heute den Bundesrat passiert hat, wird der Start um sechs Monate auf den 1. Juli 2022 verschoben. Damit sollen neben den Arztpraxen auch die Arbeitgeber in der anhaltenden Pandemie-Situation entlastet werden und mehr Zeit für die Anpassung der Prozesse bekommen. "Es ist gut, dass der Gesetzgeber den Weg für die eAU für alle gesetzlich Versicherten geebnet hat. Auch wenn sich der Start verzögert, so ist es doch ein großer Schritt nach vorne", so Ballast. Die TK werde die Zeit für weitere intensive Tests nutzen, um die anstehende technische Umstellung vom Pilotprojekt zum Regelbetrieb im kommenden Jahr optimal zu gestalten.