Jedes Jahr kommen in Deutschland mehrere tausend Babys vor dem errechneten Entbindungstermin zur Welt. In den ersten Lebenswochen liegen die Kleinsten häufig im Brutkasten und nicht in den Armen der Eltern. Damit sie trotzdem die Geborgenheit von Mutter und Vater spüren und somit die Versorgung der Frühchen weiter verbessert werden kann, unterstützt die Techniker Krankenkasse gemeinsam mit dem St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof das einzigartige Projekt - eine Hightech-Matratze, die den Frühchen das Gefühl gibt, direkt auf dem Oberkörper der Eltern zu liegen. Bundesweit nehmen sieben weitere Kliniken teil.

Herzschlag und Atembewegungen

Das von den Babybe-Gründern Camilo Anabalon und Raphael Lang entwickelte System nimmt die Stimme von Mutter und Vater, ihren Herzschlag und ihre Atembewegungen auf und überträgt sie per Funk in den Brutkasten, wo die Hightech-Gelmatratze die am elterlichen Körper gemessenen Werte wieder in Töne und Bewegungen umsetzt. Die Körperdaten können in Echtzeit an die Matratze übertragen oder aufgenommen und später wieder abgespielt werden. Für Frühchen ist die Nähe zu ihren Eltern, das "Bonding", wichtig für eine gesunde Entwicklung. Deshalb sind Eltern so oft wie möglich vor Ort . Können sie einmal nicht bei ihrem Baby sein, weil sie zum Beispiel etwas essen oder schlafen, simuliert die bionische Hightech-Matratze in dieser Zeit die elterliche Nähe.

Wissenschaftliche Studie

Begleitet wird das Projekt von einer Studie, die wissenschaftlich ermittelt, wie sich mit Einsatz der Matratze die Gewichtszunahme der Frühchen entwickelt. Außerdem untersucht sie die Wirkung auf Herzschlag und Atembewegungen des Babys. Die teilnehmenden Kliniken verpflichten sich im Rahmen der Kooperation, Daten für die Studie mit mehr als 200 Frühgeborenen zu liefern.