Daten sind die Währung der Gegenwart. Große Unternehmen wie Apple, Facebook, Google und Amazon haben insbesondere den Markt der Gesundheitsdaten für sich entdeckt. Der Markt wird längst heiß umkämpft, in Deutschland wie im Rest der Welt. 

Auch wenn Regulation und Datenschutz-Vorgaben den Einstieg in den Markt hierzulande noch erschweren, werden sich die Tech-Riesen nicht davon abhalten lassen auch hier Fuß zu fassen. Und sie tun es bereits.

Digitale Selbstvermessung

Schicke Lösungen, praktische Apps und kundenfreundliche Prozesse verbreiten sich auf allen Gebieten - egal, wie genau sie Nutzerverhalten scannen, speichern und letztendlich für Marketing-Zwecke verkaufen. Die digitale Selbstvermessung mittels Apps und Gesundheits-Trackern hat beispielsweise so rasant an Bedeutung gewonnen, dass man sich mittlerweile fragen muss, wer heutzutage noch ohne Schrittzähler und Herzfrequenz-Messer das Haus verlässt. 

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Daniel Cardinal

Zukünftig werden vor allem internationale IT-Unternehmen Angebote schaffen, die auch den Markt der gesetzlichen Krankenversicherung aufmischen werden. Nach dem Motto: Wenn jemand krank ist, ist ihm der Datenschutz egal. Und Kunden werden sie finden, das wissen wir spätestens seit dem Selftracking-Boom.

Die Digitalisierung kann Lücken schließen

Eines ist klar: Die Digitalisierung von Gesundheitsdaten ist nicht nur ein Markt, sie bietet vor allem eine Chance. Sie kann Lücken schließen, wo Ärzte fehlen. Sie kann im Notfall Informationen liefern, die der Patient und sein Arzt längst vergessen haben. Und sie kann künstliche Intelligenz vorantreiben, damit Ärzte in Zukunft Diagnosen schneller stellen und Therapien genauer zuschneiden können. 

Unsere wichtigste Frage ist jetzt: Wie schaffen wir es, die Digitalisierung im Gesundheitswesen so zu gestalten, dass Gesundheitsinformationen nicht bei profitorientierten Ökosystemen landen. Sprich: Welche Form der digitalen Versorgung schafft es, dass die Daten weiterhin dem Versicherten gehören, also demjenigen, von dem sie stammen? 

Sicherheit der persönlichen Daten

Aus meiner Sicht brauchen wir dazu staatlich regulierte Krankenversicherungen wie die TK, die eigene digitale Lösungen im Sinne ihrer Versicherten anbieten. Das heißt, neben der Verbesserung der Versorgung hat die Sicherheit der persönlichen Daten höchste Priorität. 

Einen ersten großen Schritt haben wir mit TK-Safe gemacht - die elektronische Gesundheitsakte von TK und IBM Deutschland. Anstelle der verstreuten Daten wird mit TK-Safe das Ziel verfolgt, die Informationen unter der Hoheit des Versicherten zusammenzuführen. Deshalb werden die Informationen transport- und inhaltsverschlüsselt (End-to-End) auf Servern gespeichert, die in Deutschland stehen und damit unter das deutsche Datenschutzrecht fallen. Konkret heißt das: Nur der Versicherte kann seine Daten lesen, da nur er den Schlüssel dazu besitzt. 

TK-Safe - die Daten gehören dem Versicherten

Weder die TK noch die IBM Deutschland können die Daten einsehen. TK-Safe ermöglicht es dem Versicherten, seine Informationen so lange zu speichern wie er es möchte. Dadurch kann er eine langfristige Historie seines Gesundheitsverlaufes aufbauen. Und es ist garantiert, dass alle Informationen, die der Versicherte besitzt, in sein Eigentum übergehen und dass er seine Daten bei einem Krankenkassenwechsel mitnehmen kann.

Bei TK-Safe wird es nicht bleiben. Wir werden im Laufe der kommenden Jahre die Grenze der Digitalisierung verschieben. Wir werden neue Angebote aus Bereichen wie Fernbehandlung und Telemedizin für unsere Versicherten entwickeln - immer mit der Vorgabe: Die Daten gehören dem Versicherten. 

Mündige Patienten im digitalen Zeitalter

Wir werden unsere Kunden außerdem auf dem Gebiet der digitalen Medienkompetenz unterstützen müssen, weil es schwer zu erkennen ist, welche Interessen andere Anbieter mit ihren Gesundheits-Apps und digitalen Behandlungsangeboten verfolgen. Unsere Versicherten sollen mündige Patienten bleiben, auch in Zeiten von digitalen Versorgungsangeboten und künstlicher Intelligenz.

Und wir werden Allianzen mit Gleichgesinnten schmieden, mit anderen Krankenkassen, der Wissenschaft und mit Leistungserbringern wie Ärzten und Kliniken. Denn die Digitalisierung bietet aus unserer Sicht vor allem eines: Die Chance für eine bessere Versorgung kranker Menschen. Und das schaffen wir nur gemeinsam.