Die ePA startet in 2021

Mit dem Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) wurden die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland verpflichtet, ihren Versicherten ab dem 1. Januar 2021 eine elektronische Patientenakte anzubieten. Die Nutzung ist für die Patientinnen und Patienten freiwillig. Ebenso entscheiden diese selbst, welche Daten in der ePA gespeichert werden und wer darauf Zugriff erhält.

Bereits seit Mai 2019 bietet die Techniker Krankenkasse (TK) ihren Versicherten die elektronische Gesundheitsakte "TK-Safe" an. Stand Mitte September 2021 nutzen bundesweit bereits rund 180.000 Versicherte TK-Safe - in Hamburg sind es rund 8.500 TK-Versicherte.

Mit der ePA liegen erstmalig bundesweite und einheitliche Standards vor, nach denen Dokumente zwischen allen beteiligten Akteuren im deutschen Gesundheitswesen ausgetauscht werden können. In weiteren Schritten werden nach und nach Leistungserbringer an die ePA angeschlossen und es sollen weitere Gesundheitsdaten wie der Impfausweis oder Mutterpass folgen. Weiterhin ist ein feingranulares Berechtigungsmanagement geplant. Ziel muss es aus Sicht der TK sein, dass die ePA der Absprungspunkt für alle Gesundheitsbelange (z.B. eAU, eRezept) wird und den Versicherten dadurch einen Mehrwert bietet. Im  Interview erklärt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg, warum die ePA das Herzstück einer (digitalen) Versorgung ist.

Digitale Kommunikation nutzen, Bürokratie abbauen 

Sich im Gesundheitswesen zu bewegen, bedeutet häufig eine Menge an Zettelwirtschaft und Bürokratie. Mit Verlassen der Arztpraxis hat man meistens einen Arztbrief, eine Krankschreibung oder ein Rezept dabei. Hier bietet die Digitalisierung eine Chance auf Veränderung. Im Pilotprojekt zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) testet die TK in Hamburg, Schleswig-Holstein und inzwischen zehn weiteren Bundesländern die Übermittlung der eAU zwischen Ärztin und Arzt und Krankenkasse. Das Projekt erprobt ebenso die elektronische Übermittlung der AU-Bescheinigung an eingebundene Arbeitgeber. Stand Juli 2021 sind seit Beginn bundesweit rund 329.000 digitale Krankschreibungen bei der TK eingegangen. Allein von Versicherten aus Hamburg waren es im gleichen Zeitraum rund 28.500. Am Pilotprojekt nehmen in der Hansestadt derzeit 140 Ärztinnen und Ärzte teil. 

Zusammen mit der Priv. Adler Apotheke in Hamburg-Wandsbek und dem Diabetes Zentrum Wandsbek wurde in einem weiteren Pilotprojekt bereits seit 2018 das elektronische Rezept (eRezept) getestet. Das erfolgreiche Modellprojekt ist inzwischen abgeschlossen und steht seit Dezember 2020 unter dem Namen "eRezept Deutschland" bundesweit den Versicherten der BARMER, DAK-Gesundheit, AOK Bayern, HEK, BIG direkt gesund und der TK zur Verfügung. Um ihre Rezepte einlösen zu können, erhalten die Teilnehmenden über eine App einen QR-Code auf ihr Smartphone, den sie in der Apotheke einlösen können.

Vernetzung schaffen, Innovation vorantreiben 

Wegbereiter für die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Hamburg zu sein, bedeutet auch, regional neue Wege zu gehen und über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Als Partner des Health Innovation Port (HIP) fördert die TK Start-Ups, die mit frischen Ideen das Hamburger Gesundheitswesen verbessern wollen. Durch das breite Netzwerk des HIPs profitieren beide Seiten: Die Start-Ups greifen auf den Erfahrungsschatz der Etablierten zurück, und die TK kann so Innovation entdecken und fördern, um neue Wege in der Versorgung zu gehen.

Die Initiative "Hamburg Health Harbour" (H3) zielt darauf ab, die unterschiedlichen Partner im Gesundheitswesen zusammen zu bringen und deren Vernetzung untereinander auszubauen. Darüber hinaus sollen Patientinnen und Patienten im Umgang mit digitalen Hilfsangeboten geschult und ihre Kompetenzen im Umgang mit digitalen Hilfsangeboten gefördert werden. Die Initiative ist Teil der Digitalstrategie für Hamburg