Bremen, 4. November 2020. Über 80 Prozent der Veranstaltungsteilnehmer war sich einig: Es wäre gut, wenn das Land Bremen beim Thema "Entwicklung eines virtuellen Krankenhauses" eine Vorreiterrolle einnehmen würde. Dies war das Ergebnis einer Umfrage zu Beginn der Fachveranstaltung "Bremen goes digital" der Techniker Krankenkasse (TK), die am Montagabend in einem Onlineformat stattgefunden hat. Etwa 80 Gäste nutzen die Möglichkeit und tauschten sich zum Thema "Virtuelles Krankenhaus" aus.

Dr. Susanne Klein machte den Auftakt des Abends und begrüßte die Gäste: "Die Pandemie hat uns in der Vorbereitung und Planung vor ungeahnte neue Herausforderungen gestellt, auf die wir flexibel und schnell reagieren mussten. Daher freuen wir uns umso mehr, dass es heute geklappt hat und sie alle dabei sind." Sie lud die Gäste ein, über das "Virtuelle Krankenhaus" zu diskutieren. Moderiert wurde die Fachtagung von Gaby Benjes.

 Lutz Stroppe, Mitglied des Gründungsausschusses Virtuelles Krankenhaus NRW, bot - aus Berlin zugeschaltet - mit seiner Keynote "Digitalisierung im Gesundheitswesen = Demokratisierung der Spitzenmedizin" interessante Einblicke. "Auch in der Medizin wird immer mehr spezialisiertes Wissen gebündelt. Diese besondere Expertise findet sich zunehmend in Krankenhaus-Zentren für einzelne medizinische Fachbereich, so kennen wir alle Zentren für Seltene Erkrankungen oder onkologische Zentren. Das Virtuelle Krankenhaus macht mit Televisiten und Telekonsilen das Wissen dieser Zentren auch anderen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten zugänglich. Dadurch verbessern wir die Qualität der Behandlung unserer Patientinnen und Patienten", so Stroppe.

 Jeder, der sich aktiv beteiligten wollte, konnte sich über eine Fragenfunktion im Chat einbringen. Dies wurde auch gern genutzt: Wie verändert sich die Krankenhausplanung? Bedeutet das virtuelle Krankenhaus eine Stärkung der Bremer Krankenhäuser? Und wie erfolgt der Austausch zwischen den Häusern bzw. mit dem ambulanten Bereich bisher, waren einige der Fragen, denen sich neben Lutz Stroppe auch Dr. Heidrun Gitter, Präsidentin der Ärztekammer Bremen und Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft der Freien Hansestadt Bremen e.V., gestellt haben.

 "Ärztinnen und Ärzte sind Fallkonferenzen und Konsile gewohnt und setzen diese gerne ein, daher warten sie geradezu auf die Schaffung einer geeigneten Plattform, um dies virtuell und damit unter leichteren und standardisierten Bedingungen und sektorübergreifend tun zu können. Moderne Technik wird aber auch moderne rechtliche Rahmenbedingungen einschließlich Datenschutz und neue Finanzierungsmodelle benötigen", wusste Gitter zu beichten.

 "Die Krankenhäuser im Land Bremen sind mit Hochdruck unterwegs, das nächste Level in der Digitalisierung zu erreichen. Insbesondere an den Schnittstellen der Versorgung z.B. mit den niedergelassenen Ärzten wird in absehbarer Zeit mehr digital und weniger analog kommuniziert werden. Vor diesem Hintergrund bietet das Modellprojekt in NRW wertvolle Hinweise für die weitere Umsetzung", beschrieb Zimmer.

Als Fazit des Abends lässt sich festhalten: Ein "Virtuelles Krankenhaus" bietet große Chancen für die Patientenversorgung. Bremen sollte am Thema und in der Diskussion bleiben.

Über den Abend hinweg begleiteten wir die Veranstaltung medial auf Twitter unter #Bremengoesdigital