Die Digitalisierung verändert alle Lebensbereiche und gewinnt auch im Gesundheitswesen immer mehr an Bedeutung. Die TK hat den Anspruch, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten und die darin liegenden Chancen zu nutzen. Aus diesem Grund ist die TK - neben dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI), der Gesundheitswirtschaft Rhein-Main und der Industrie und Handelskammer Hessen - einer der Partner des hessischen E-Health-Kongresses. Bei der Tagung tauschen sich jedes Jahr zahlreiche Experten über digitale Lösungen für das hessische Gesundheitswesen aus.

Im Video-Inter­view gibt die Leiterin der TK-Landes­ver­tre­tung Hessen, Dr. Barbara Voß, einen kurzen Einblick in die Chancen der Digi­ta­li­sie­rung für das Gesund­heits­we­sen.

Hessens Gesundheitswesen steht vor großen Herausforderungen: Die demografische Entwicklung und der Fachkräftemangel schreiten voran, die Anzahl chronisch kranker Menschen steigt und gerade in ländlichen Gebieten bestehen immer häufiger Schwierigkeiten, frei werdende Arztsitze neu zu besetzen. Die TK in Hessen ist davon überzeugt, dass im Ausbau innovativer E-Health-Angebote der entscheidende Erfolgsschlüssel liegt, die gesundheitliche Versorgung in unserem Bundesland auch in Zukunft sicherzustellen. Gerade in ländlich geprägten Regionen, in denen die Wege zum nächsten Arzt tendenziell immer länger werden, können telemedizinische Angebote, wie z.B. die Videosprechstunde, künftig einen wichtigen Beitrag leisten.

Fernbehandlungsverbot noch weiter lockern

Die TK in Hessen spricht sich in diesem Zusammenhang für eine weitere Lockerung des sogenannten Fernbehandlungsverbots aus. Derzeit ist die Berufsordnung der hessischen Ärzteschaft noch so formuliert, dass Ärzte ihre Patienten nur in Einzelfällen ausschließlich über digitale Kommunikationsmedien behandeln dürfen. Die TK lobt, dass die Landesärztekammer Hessen im November 2018 das Fernbehandlungsverbot zumindest ein Stück weit gelockert hat. Jedoch wäre es wünschenswert, wenn sich die Landesärztekammer ein Vorbild an Schleswig-Holstein nehmen würde, wo Fernbehandlungen nicht nur in Ausnahmefällen möglich sind - sondern immer dann, wenn es aus ärztlicher Sicht vertretbar ist.

Chancen der Virtuellen Realität im Gesundheitswesen nutzen

Im August 2017 hat die TK gemeinsam mit der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) eine sog. Cloud Conference in Frankfurt durchgeführt. Zahlreiche Experten haben sich bei dieser Veranstaltungen über das Zukunftsthema "Virtuelle Realität" (VR) ausgetauscht. Aus Sicht der TK in Hessen sollten die Chancen der VR-Technologie künftig noch viel stärker im Gesundheitswesen genutzt werden. Mit VR können nicht nur Therapien unterstützt, sondern auch Ausbildungsinhalte effektiver vermittelt und Maßnahmen zur Qualitätssicherung zielgerichteter durchgeführt werden.

Im Video gibt LV-Leiterin Dr. Barbara Voß einen kurzen Einblick in die Chancen der VR-Tech­no­logie für das Gesund­heits­wesen

Gute Voraussetzungen und Strukturen in Hessen

Im hessischen Gesundheitswesen gibt es insgesamt eine ausgesprochen gute Kultur der Zusammenarbeit. Mit seinen zahlreichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen und einer innovativen Gesundheitswirtschaft verfügt das Bundesland über optimale Voraussetzungen, um die Chancen der Digitalisierung zu ergreifen.

Auch die Hessische Landesregierung hat erkannt, dass für die Sicherung der medizinischen Versorgung künftig digitale Anwendungen unverzichtbar sein werden. Die TK lobt ausdrücklich die Einrichtung des hessischen Kompetenzzentrums für Telemedizin und E-Health durch das HMSI. Zahlreiche kreative Start-Ups, etablierte Unternehmen und Hessens Hochschulen arbeiten mit Hochdruck an neuen digitalen Ideen für das Gesundheitswesen. Viele aussichtsreiche digitale Projekte werden sogar bereits heute umgesetzt; allerdings bisher nur als dezentrale Insellösungen. Aus Sicht der TK ist es daher sinnvoll, dass das neue Kompetenzzentrum als zentrale Anlaufstelle künftig Innovationen bündelt und Transparenz über alle digitalen Ansätze in Hessen herstellt.

Außerdem stellt das HMSI für die Jahre 2018 und 2019 insgesamt zwölf Millionen Euro zur Förderung innovativer E-Health-Projekte zur Verfügung. Sowohl das Kompetenzzentrum als auch die Förderung sind Teil der Strategie Digitales Hessen, mit der die Landesregierung die Digitalisierung in den unterschiedlichsten Bereichen vorantreiben will.