Die Digitalisierung verändert unser Leben gerade in sehr vielen Bereichen - auch im Gesundheitswesen. Wir als TK fordern und fördern auch schon vor der Corona-Pandemie die digitale Transformation, weil wir in ihr viele Chancen zur Verbesserung der Versorgung unserer Versicherten sehen. Dabei ist die Digitalisierung kein Mittel zum Zweck. Nur weil ein Prozess digital abläuft, bedeutet das nicht automatisch, dass dieser besser ist. Doch die neuen Behandlungsmöglichkeiten bieten viel Potenzial in der medizinischen Versorgung.

Stefan Groh

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Leiter der TK-Landesvertretung Saarland

Einer von vielen Bereichen, in denen die Corona-Pandemie die digitale Entwicklung beschleunigt hat, ist die Psychotherapie. Im zweiten Quartal 2021 wurde bundesweit fast 230.000 Video-Therapiestunden abgerechnet.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass auch hier eine Fernbehandlung nur bei bestimmten Indikationen Sinn macht. Aber für die Patientinnen und Patienten, die bereits vor der Pandemie in Behandlung waren, ist es unheimlich wichtig, die Möglichkeit zu haben, diese fortzusetzen. Zeitnah und ohne erhöhtes Ansteckungsrisiko. 

Auch können sich manche Betroffene zu Hause besser öffnen, als in einer Praxis. Da bietet die Video-Sprechstunde weitere Vorteile, wie z.B. den Wegfall der Anfahrt. Ich bin mir sicher, diese Art der Behandlung wird sich etablieren und ein fester Bestandteil der Versorgung werden.

Ein weiterer Beweis dafür, dass die Digitalisierung auch den Bereich Psychotherapie verändert, zeigt ein innovatives Angebot der TK. Gemeinsam mit dem jungen Unternehmen Sympatient hat die TK eine virtuelle leitliniengerechte Therapie zur Behandlung von Angststörungen entwickelt. Invirto ermöglicht es Betroffenen, sich per Virtual-Reality-Brille (VR-Brille) ihrer Angst zu stellen. Nach einem Erstgespräch, das während der Pandemie auch virtuell stattfinden kann, erhalten Patientinnen und Patienten die VR-Brille und die entsprechende App. Sie bearbeiten die Inhalte der App - und damit ihre Angststörungen selbstständig und werden dabei aus der Ferne aber auch von einem Therapeuten unterstützt.

Dass dieser Ansatz als Therapie in den eigenen vier Wänden Sinn macht, zeigen erste Ergebnisse, aber auch die Auszeichnung beim dfg-Award als Beste Start-up-Lösung im Gesundheitswesen 2020.

Diese beiden Beispiele verdeutlichen, dass die digitale Transformation auch im Bereich Psychotherapie voranschreitet. Wichtig ist, dass alle Beteiligten diesen Weg gemeinsam gehen. Oberstes Ziel muss dabei immer sein, die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern in dem klassische Behandlungsmethoden mit neuen Versorgungsangeboten ergänzt werden. Möglichkeiten gibt es sicherlich viele, ob diese auch entsprechend ausgestaltet und genutzt werden, liegt in unser aller Händen.