Die TK war von Anfang an überzeugt, dass die elektronische Verordnung deutliche Vorteile für die Versorgung bringt und wollte prüfen, wie das eRezept technisch umgesetzt werden kann.

462.000 Thüringern steht eRezept Deutschland zur Verfügung

Aus dem Test wurde innerhalb von anderthalb Jahren ein deutschlandweites Projekt, das "eRezept Deutschland", dem sich verschiedene Praxissoftware-Dienstleister sowie die Krankenkassen BARMER, DAK-Gesundheit, Hanseatische Krankenkasse (HEK) und BIG direkt gesund angeschlossen haben. Durch das nun gemeinsame Projekt der fünf Kassen steht die elektronische Verordnung etwa 26 Millionen Versicherten, darunter rund 462.000 aus Thüringen, zur Verfügung.

Im Freistaat können aktuell zwölf Apotheken das eRezept entgegennehmen. Sie befinden sich in Eisfeld im Landkreis Hildburghausen, Erfurt, Gera, Hermsdorf im Saale-Holzland-Kreis, Jena, Suhl und in Tiefenort im Wartburgkreis. Zudem sind mehrere Versandhändler bereits beim Projekt dabei. 

Die genauen Adressen sowie alle teilnehmenden Ärzte sind in der TK-Doc-App und auf der Internetseite des "eRezept Deutschland" zu finden.

Vom Sofa aus medizinisch versorgt

Neben den teilnehmenden niedergelassenen Ärzten kann das elektronische Rezept auch nach einer TK-Onlinesprechstunde, der Fernbehandlung für TK-Versicherte, genutzt werden. Bei acht Krankheitsbildern - darunter grippaler Infekt, Migräne, Magen-Darm-Infekt und Rückenschmerzen - können sich Betroffene per Videotelefonie ärztlich behandeln lassen und anschließend auf Wunsch das digitale Rezept bekommen. Da viele Apotheken einen Lieferservice anbieten, müssen Betroffene so nicht einmal das Haus verlassen, damit ihnen geholfen werden kann.

Für Patienten, die schlapp auf dem Sofa liegen, ist das eine große Erleichterung. Zudem verringert sich das Risiko, dass sie andere anstecken.

Die jetzt gemachten Erfahrungen werden auch bei der Einführung des bundesweiten eRezepts helfen. Dafür steht die TK im Austausch mit der gematik.

Zwei Apotheker haben erzählt, wieso sie als digitale Vorreiter beim eRezept-Projekt mitmachen

Andreas Ettel, Inhaber der Zentral-Apotheke am Puschkinplatz in Gera: "Wir unterstützen als Apotheke vor Ort die Einführung des eRezeptes, da die Digitalisierung die Verfügbarkeit von Arzneimitteln verbessern und vereinfachen wird. Apotheken können durch eine Vernetzung mit ihren Kunden diese schneller und sicherer mit benötigten Medikamenten versorgen."

Dr. Christian Wegner, Inhaber der Saale-Apotheke in Jena: "Ziel unseres Handelns mit den Medipolis Apotheken ist die optimale Patientenversorgung. Mit dem eRezept und insbesondere mit dem Projekt 'eRezept Deutschland' der TK können wir von Anfang an Teil der Lösung für den Patienten sein und bereits heute circa 25 Prozent der gesetzlich Versicherten in Thüringen mit elektronischen Verschreibungen erreichen. Das wollen wir nutzen, um das Projekt zu unterstützen."