Es ging um aktuelle Entwicklungen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens, Möglichkeiten der KI und vor allem darum, alle Akteure zu vernetzen.

Herr Koffner, die Organisatoren haben versucht Industriemesse und Ärztefortbildung zu verknüpfen. Hat das funktioniert?

Markus Koffner

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Leiter Regionales Vertragswesen, TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

Das Gesundheitswesen birgt ein unglaubliches Potential für Optimierungen und auch Einsparungen durch den Einsatz von digitalen Technologien. Allerdings ist dafür eine transparente und intensive Kommunikation zwischen Entwicklern und Herstellern dieser Technologien und den späteren Nutzern, wie Ärzten, Krankenkassen und auch Patienten nötig. Nicht zu vergessen die Politik, die die Rahmenbedingungen schaffen muss.

Damit die Entwicklungen und Ideen nicht am Bedarf der Anwender vorbeigehen, braucht es Foren und Plattformen, wo sich alle Akteure treffen und vernetzen können. Dazu würde ich das eHealth Europe in Freiburg mit seiner hochkarätigen Besetzung nun zählen und hoffe, dass das neue Format des Veranstalters bwcon eine Fortsetzung findet.

Die TK-Landesvertretung hat als Kooperationspartnerin auch einen neu geschaffenen Start-Up-Preis, den TKinBW@ccelerator vergeben. Was hat es damit auf sich und wer hat ihn bekommen?

Der TKinBW@ccelerator bedeutet die Zusage, dass die TK-Landesvertretung für die Gewinner einen Intensiv-Workshop-Tag gestalten wird, mit zusätzlich je nach Bedarf hinzugeladenen Gästen aus dem Gesundheitswesen, an dem die Geschäftsidee des Start-Ups auf Nutzen und Anwendbarkeit geprüft und auf Tauglichkeit für den 1. Gesundheitsmarkt fortentwickelt wird.

Wir haben den Preis an das Start-Up simplymates aus Freiburg vergeben, die ihre Software edit präsentiert haben. Der Name steht für "effective diagnostic and information tool" und soll Zahnmediziner bei der Befundung von Röntgenaufnahmen unterstützen.

Wir werden das junge Team nun mit Standesvertretern aus Baden-Württemberg zusammenbringen und auch eigenen Input liefern, wie sie ihr Produkt im Sinne der Patienten weiterentwickeln können.

Sie waren ebenfalls als Referent dabei und haben die Kooperation von TK und der Diagnose-App Ada Health vorgestellt. Was hat es damit auf sich?

Die App Ada bietet einen auf künstlicher Intelligenz (KI) basierendern Symptomcheck. Nutzer, die TK-versichert sind, können dort ihre Beschwerden eingeben, erhalten eine persönliche Analyse und werden auf Wunsch über passende digitale Versorgungsangebote der TK informiert.

In der zweiten Ausbaustufe können TK-Versicherte den Symptomcheck direkt über die neue "TK-Doc"-App nutzen, ohne dass ein gesonderter Log-in bei Ada notwendig ist. Nach der Bewertung mittels Künstlicher Intelligenz können sie auf Wunsch das Ergebnis über die App unmittelbar telefonisch, per Mail, per Text- oder Video-Chat mit einem Arzt besprechen.

Wir werden immer Mediziner brauchen, die die Daten deuten und die Empathie besitzen, daraus die richtige Therapie für den einzelnen Patienten abzuleiten. Deshalb sehen wir die Leistung auch als Unterstützungsangebot, das ein effektiveres Gespräch zwischen Ärzten und mündigen Patienten ermöglichen soll. Und damit hoffentlich auch eine bessere Therapie.

Was war für Sie das persönliche Highlight bei der Veranstaltung?

Mein persönliches Highlight der Veranstaltung war die positive und vor allem konstruktive Diskussionskultur über alle verschiedenen Professionen hinweg. Es gab ein ehrliches Interesse, die jeweilige Position zu verstehen und dies ungeachtet der eigenen Begehrlichkeiten. Dies war so nicht zu erwarten und nur zu oft habe ich es anders erlebt. Aber nur so kann der tiefgreifende digitale Wandel gemeinsam gelingen.