Hannover, 31. Juli 2020. Fast zwei Drittel der Norddeutschen können sich vorstellen, ein elektronisches Rezept zu nutzen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). So gaben 62 Prozent der Befragten in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern an, dass sie das E-Rezept verwenden würden.

E-Rezept: Versorgung der Versicherten zukunftsorientiert, bequem und effektiv gestalten

"Die Einführung des E-Rezepts ist ein elementarer Bestandteil der digitalen Transformation des Gesundheitswesens. Ziel ist es, die Versorgung der Versicherten hochwertig, kundenorientiert und effizient zu gestalten", sagt Raphael Koßmann von der Landesvertretung der TK in Niedersachsen. "Für TK-Versicherte ist es bereits jetzt möglich, flächendeckend im Rahmen einer Fernbehandlung, ein digitales Rezept zu erhalten. Ab 1. Januar 2022 sieht der Gesetzgeber vor, das E-Rezept verpflichtend für alle Versicherten einzuführen", ergänzt Koßmann. Das E-Rezept sei zudem Voraussetzung für weitere digitale Angebote, wie beispielsweise das automatische Speichern in einem digitalen Medikationsplan, eine Erinnerungsfunktion zwecks Einnahme sowie der Hinweis auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln.

Ärzte werden Vorreiter des digitalen Verordnungsprozesses

Bereits seit Beginn des vergangenen Jahres erprobt die TK im Rahmen von Pilotprojekten die Vorteile der digitalen Verordnung für Versicherte, Ärzte und Apotheken. "Wir haben die Projekte kontinuierlich ausgebaut und sind angesichts der Erfahrungen vom Nutzen des E-Rezeptes überzeugt. Dass nun auch bundesweit rund 40.000 niedergelassene Ärzte E-Rezepte ausstellen können, ist ein entscheidender Baustein, um das elektronische Rezept in die breite Versorgung zu bringen. Die Ärzte werden somit Vorreiter des digitalisierten Verordnungsprozesses", so Koßmann.

Apothekerin aus Braunschweig schildert positive Erfahrungen mit E-Rezept

Anja Wiesatzky, Inhaberin der Wilhelm-Raabe-Apotheke in Braunschweig, hat bereits positive Erfahrungen mit dem E-Rezept gemacht. "Vorteilhaft ist die unkomplizierte Handhabung und der einfache Prozess", berichtet sie. "Die schnelle Vor-Ort-Verfügbarkeit und Auslieferung der Arzneimittel kommt dem Patienten zugute. Auch sehe ich in den Vor-Ort-Apotheken eindeutige Standortvorteile. Insbesondere kühlpflichtige Arzneimittel, die zwischen zwei und acht Grad Celsius gelagert werden müssen, können ohne Unterbrechung der Kühlkette entsprechend zeitnah ausgeliefert werden", erklärt Wiesatzky.

Kooperationen mit Apotheken und Krankenkassen

Damit die elektronischen Rezepte nach ihrer Ausstellung eingelöst werden können, hat die TK bereits eine gemeinsame Schnittstelle mit den Apothekendienstleistern Noventi, NARZ/AVN, ARZ Haan, DRZ sowie Pharmatechnik geschaffen, durch die derzeit bundesweit mehr als 1.000 Apotheken technisch angebunden sind. Durch Kooperationen mit den Softwaredienstleistern medatixx und Medisoftware können die niedergelassenen Ärzte künftig elektronische Verordnungen für Versicherte ausstellen. Dem E-Rezept-Projekt der TK sind die Ersatzkassen Barmer, DAK-Gesundheit, die Hanseatische Krankenkasse (HEK) und die Innungskrankenkasse BIG direkt gesund beigetreten.

Hinweis für die Redaktion

Für die repräsentative Forsa-Umfrage wurden im Mai 2020 1.000 Menschen befragt.