Kiel, 15. Oktober 2020. Ob im Straßenverkehr, beim Sport, am Arbeitsplatz oder Zuhause in den eigenen vier Wänden: Unfälle passieren überall und das tagtäglich. Im Notfall zählt jede Sekunde. Erste Hilfe kann in solchen Situationen Leben retten. Eine aktuelle Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, dass es sich die meisten Menschen im Norden (74 Prozent) zutrauen, im Notfall Erste Hilfe zu leisten. Ein Großteil (92 Prozent) der Befragten hat auch bereits an einem Erste-Hilfe-Kursus teilgenommen. Doch dieser liegt meistens schon lange zurück.

Teilnahme oftmals lange her

Die Umfrage zeigt: Bei mehr als jedem dritten Norddeutschen ist der letzte Erste-Hilfe-Kursus zehn Jahre oder länger her. 23 Prozent der Befragten gab an, dass die Teilnahme sogar schon mehr als 20 Jahre zurück liegt. "Wer nach seiner Führerscheinprüfung nie wieder gelernt hat, wie man in einer Notsituation Erste Hilfe leistet, hat vermutlich vieles vergessen. Im Ernstfall ist man dann verunsichert und weiß mitunter nicht mehr, was zum Beispiel bei einer Herzdruckmassage zu tun ist", betont Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. 

Neue Erste-Hilfe-App entwickelt

Nach der Führerscheinprüfung ist man in Deutschland gesetzlich nicht mehr dazu verpflichtet, sein Wissen um die Reanimation und Erste-Hilfe aufzufrischen. Die Motivation, sich selber um einen Kursus zu bemühen, ist daher eher gering. Die TK hat jetzt in Kooperation mit dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) eine Erste-Hilfe-App für das Smartphone entwickelt. Passend zum morgigen "World Restart a Heart Day" steht die Anwendung "TK-RescueMeVR" ab morgen zum kostenfreien Download bereit. In einem interaktiven Video wird mithilfe von Virtual Reality die Herzdruckmassage erlernt.

Hinweis für die Redaktion

Für die bisher unveröffentlichte bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK im Dezember 2019 1.002 Menschen in Deutschland über 18 Jahre zum Thema Erste Hilfe befragt. Grafiken zu den Ergebnissen gibt es im TK-Presseportal. Die Daten dieser Pressemeldung beziehen sich auf die Menschen in Norddeutschland - sprich die Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Erste Hilfe App "TK-RescueMeVR" ist kostenlos bei Google Play und im Apple-Store ab dem 16. Oktober erhältlich. Kostenlose Infomaterialien zu Aufklärung bietet auch der Deutsche Rat für Wiederbelebung in seinem Onlineauftritt www.grc-org.de.