Schwerin, 4. Dezember 2020.Die Techniker Krankenkasse (TK) hat in Kooperation mit dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) eine Virtual Reality-App fürs Smartphone entwickelt. In einem interaktiven Video erlernt man die Herzdruckmassage unter wirklichkeitsnahen Bedingungen. "Dazu benötigt man ein Smartphone und ein sogenanntes Cardboard, das es bereits für einen kleinen Preis gibt", berichtet Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. "Die App ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs, hilft aber auf jeden Fall, altes Wissen aufzufrischen und kann jederzeit genutzt oder wiederholt werden." Die Schulung dauert rund zehn Minuten.

Wissen um Erste Hilfe auffrischen

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der TK zeigt, dass sich 74 Prozent der Befragten im Norden zutrauen, Erste Hilfe zu leisten. Bei Atem- und Kreislaufstillstand ist es aber unerlässlich, schnell zu handeln. Nur jeder Zweite weiß, was bei einer Herzdruckmassage zu tun ist. Und das, obwohl insgesamt 92 Prozent schon mal an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen haben. Allerdings liegen diese meistens schon lange zurück. Bei gut jedem Fünften (23 Prozent) ist das länger als 20 Jahre her.

Die TK-Landeschefin erklärt, nach der Führerscheinprüfung ist man in Deutschland gesetzlich nicht mehr dazu verpflichtet, sein Wissen um die Reanimation und Erste Hilfe aufzufrischen. Die Motivation, sich selber um einen Kursus zu bemühen, ist daher eher gering.

Plötzlicher Herzstillstand gehört zur häufigsten Todesursache

Laut den Fachverbänden kollabiert in Deutschland bis zu 150-mal pro Tag ein Mensch auf der Straße oder zu Hause und muss wiederbelebt werden. Aber nur bei rund 40 Prozent führen Ersthelfer die lebensrettenden Handgriffe aus. Der plötzliche Herzstillstand gehört immer noch zu den häufigsten Todesursachen. Experten befürchten, dass aus Angst vor einer Corona-Infektion die lebensrettende Herzdruckmassage unterlassen wird. Dabei ist das Infektionsrisiko bei reiner Herzdruckmassage durch einen Maske tragenden Helfer nicht höher als sonst auch. Der Rettungsdienst ist in rund acht Minuten Vorort. Das Gehirn erleidet aber schon nach drei Minuten ohne Sauerstoff Schäden. Die Frequenz, in der man eine Wiederbelebung durchführt, können viele nur schwierig einschätzen. 100 Schläge pro Minute sind ideal. Musik kann beim richtigen Rhythmus einer Herzdruckmassage unterstützen, zum Beispiel zu “Atemlos durch die Nacht” von Helene Fischer.

Hinweise für die Redaktion

Für die bisher unveröffentlichte bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK im Dezember 2019 1.002 Menschen in Deutschland über 18 Jahre zum Thema Erste Hilfe befragt. Die Daten dieser Pressemeldung beziehen sich auf die Menschen in Norddeutschland - sprich die Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Erste Hilfe App  TK-RescueMeVR  ist kostenlos im Google-Play-Store und im App-Store erhältlich. Kostenlose Infomaterialien zu Aufklärung bietet auch der Deutsche Rat für Wiederbelebung  seinem Onlineauftritt www.grc-org.de