Wohl kaum einer hätte Anfang dieses Jahres geahnt, welche Ausmaße die Infektionen mit dem Corona-Virus annehmen. Aber die erschreckenden Bilder aus den Krankenhäusern in Norditalien haben aufgerüttelt. Schnelles und besonnenes Handeln war auch in Berlin und Brandenburg gefragt. Unser Gesundheitswesen hat aber gezeigt, dass es gut aufgestellt ist. Auch wenn es Schwierigkeiten gegeben hat und auch weiterhin gibt, gilt: Nur gemeinsamen können wir die Bedrohung bewältigen. Susanne Hertzer, TK-Chefin in Berlin und Brandenburg, sagt, wie die Partner im Gesundheitswesen der Krise begegnen. 

TK: Frau Hertzer, wie gestaltet sich derzeit Ihr Arbeitsalltag?

Susanne Hertzer: Wir haben schon vor Corona-Zeiten mit Ärzten, Krankenhäusern und anderen Partnern im Gesundheitswesen eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Das bewährt sich auch in den jetzigen Krisenzeiten. Nun sind häufig schnelle und dennoch gut durchdachte Lösungen gefragt. Daran arbeiten wir in Berlin und Brandenburg täglich. Ein Unterschied ist natürlich auch bei uns: Was vorher in persönlichen Gesprächen verhandelt wurde, findet jetzt per Telefon oder Videokonferenz statt.

Susanne Hertzer

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Leiterin der TK-Landesvertretung Berlin/Brandenburg

TK: Wie verändern sich zurzeit die zahlreichen Gesundheitsprojekte?

Hertzer: Ich bin froh und es stimmt mich zuversichtlich, welche Kreativität die Menschen entwickeln. Das gilt im Privaten, aber auch, wenn es um Geschäftsideen geht. Und natürlich ändern sich die Angebote im Gesundheitsbereich. Ein schönes Beispiel hierfür ist das Gesundheitsmanagement unseres Kooperationspartners, der TH Wildau. Hier gibt es in Zeiten von Corona zum Beispiel statt der persönlichen Sprechstunde bei einer Präventionsärztin nun eine virtuelle und die "bewegte Pause" kommt per Youtube nach Hause. 

TK: Digitalisierung kann nicht alles, aber es gibt sicher kreative digitale Lösungen, die den Patienten nutzen. An welche Angebote denken Sie besonders gern?

Hertzer: Ganz aktuell möchte ich die Kooperation mit der Charité für Nierentransplantierte,  die wir gemeinsam mit der AOK Nordost eingegangen sind, nennen. Hier werden die Patienten nach einer Transplantation telemedizinisch betreut. Das Ziel: Komplikationen vorbeugen, Krankenhausaufenthalte verringern, Organabstoßungen und eine erneute Dialyse vermeiden. Und auch die Selbsthilfe wird immer digitaler: Eine Selbsthilfe-App bietet die Möglichkeit im sicheren Rahmen Kontakt zu halten, informiert über Angebote und vernetzt Menschen mit chronischen Krankheiten virtuell. In Zeiten der Pandemie lassen sich so die besonders von schweren Verläufen gefährdeten Menschen besser schützen. 

Aktuelle Regelungen in Zeiten von Corona