Im Anschluss an den Health-Hack baten wir Kai Florysiak und Inken Holldorf um eine Bilanz.

TK: Herr Florysiak, die Metropolregion GmbH hat den ersten, gleich sehr erfolgreichen Hackathon zum Thema eHealth durchgeführt. Was hat Sie dazu motiviert, diese Veranstaltung durchzuführen?

Kai Florysiak: Die Digitalisierung bietet im Gesundheitswesen große Chancen zur Verbesserung der Versorgung. Gleichzeitig wird sich der Wettbewerb verstärken. Gefragt sind permanent gute Ideen und innovative Lösungen. In der Metropolregion haben wir mit unseren vielfältigen Einrichtungen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Versorgung eine gute Basis dafür. Der Health-Hackathon ist ein Turboideengenerator. Wir bringen Menschen unterschiedlichster Professionen zueinander, die sich bisher nicht kannten. Die Teilnehmenden haben ihre eigenen Fragen im Gepäck, an denen in begrenzter Zeit gemeinsam bis zum Prototypen gearbeitet wird. Wir laden alle ein, diesen kreativen Raum zu nutzen und gemeinsam an neuen Gesundheitsdienstleistungen zu arbeiten.

TK: Frau Holldorf, warum hat sich die TK bei dem Hackathon der Metropolregion engagiert?

Inken Holldorf: Die Techniker Krankenkasse ist daran interessiert, neue und innovative Versorgungsansätze im Bereich eHealth  zu unterstützen und die sich bietenden Chancen der Digitalisierung sichtbar zu machen. Wir sind überzeugt, dass in Niedersachsen und insbesondere in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg erhebliches Potential für die Entwicklung kreativer Ideen und digitaler Lösungen im Gesundheitssektor besteht. Daher haben wir uns sehr gefreut, dass wir den Hackathon der Metropolregion begleiten durften. 

TK: Herr Florysiak, mit welchen Ideen konnten die Gewinner bei der Jury überzeugen? War die Entscheidung einfach?

Kai Florysiak: Wir waren sehr gespannt darauf, mit welchen Fragen und Ideen unsere Teilnehmer nach Braunschweig kommen. Die Vielfalt hat uns beeindruckt. Entsprechend schwer die Entscheidung. Jedes Team hätte den ersten Platz verdient. Das Team curilab will Pflegekräfte bei der Dokumentation mithilfe künstlicher Intelligenz und einer Smartwatch deutlich entlasten. Die Physiotherapie mit Hilfe virtueller Realität bietet vollkommen neue Möglichkeiten. Eine Zahnfee-App kann Menschen zuhause bei der Zahn- oder Prothesenpflege unterstützen. Mit travitals soll es möglich sein, die eigenen Gesundheitsdaten weltweit in der jeweiligen Landessprache zur Hand zu haben. Mit dem Self-Check-In soll die Aufnahme in der behandelnden Einrichtung erleichtert werden.

TK: Frau Holldorf, was hat Sie an dem Hackathon besonders beeindruckt?

Inken Holldorf: Sehr schön war zu sehen, wie stark die Antriebskraft einer Idee sein kann. Es war grandios, wie die unterschiedlichsten Professionen ihr Wissen eingebracht haben und mit welch hohem Engagement bis in die Nacht hinein gearbeitet wurde. Die Teilnehmer kannten sich ja vorher nicht. In ihren Teams haben sie, getrieben von einer gemeinsamen Vorstellung, in nur drei Tagen erstaunliche Ergebnisse - bis hin zum Prototypen -  geliefert.

TK: Herr Florysiak, was passiert jetzt mit den Ergebnissen der Teilnehmer?

Kai Florysiak: Selbstverständlich sind die Ideen auf unserer Webseite kurz dargestellt. Wir vermitteln gern den Kontakt zu den Teams. Die Wirtschaftsförderung in Braunschweig hat Beratung angeboten. Es gibt erste neue Partnerschaften mit interessierten Akteuren, z.B. einer Physiotherapiepraxis aus Braunschweig. Unserem Schirmherren StS Stefan Muhle werden die Ergebnisse vorgestellt. Im nächsten Jahr berichten wir in unserem Newsletter „gesundheIT“, was aus den tollen Ideen geworden ist.

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Inken Holldorf, Leiterin der TK-Landesvertretung Niederachsen und Kai Florysiak, Geschäftsführer der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH

TK: Frau Holldorf, welche Möglichkeiten hat die TK, die Teams des Hackathons weiter zu unterstützen?

Inken Holldorf: Als Landesvertretung in Niedersachsen haben wir die Möglichkeit, unsere Expertise über den Gesundheitsmarkt zur Verfügung zu stellen. Wir können zu Zugangsmöglichkeiten informieren und Kontakte zu Leistungserbringern und Institutionen vermitteln. Ganz konkret sind wir in der Lage, Projektergebnisse nach unserer ersten Voreinschätzung durch das Produktlabor der Techniker Krankenkasse hinsichtlich einer möglichen Kooperation überprüfen zu lassen. Bei Eignung kann eine fruchtbare Zusammenarbeit entstehen - eine klassische win-win-Situation für alle.

TK: Herr Florysiak, war der Hackathon in Braunschweig ein einmaliges Event zum Thema "Gesundheitswesen von morgen"?

Kai Florysiak: Die Ergebnisse sprechen für sich. Deshalb wird es eine Neuauflage geben, an der wir bereits arbeiten. Lassen Sie mich an dieser Stelle unseren wunderbaren Partnern sehr herzlich für ihr Engagement danken. Der Hackathon lebt vom Miteinander. Das war richtig klasse und hat den Teilnehmenden durch die unkomplizierte, direkte Unterstützung vor Ort sehr geholfen. Ich freue mich schon jetzt auf den Hackathon 2019.

TK: Frau Holldorf, wenn Sie an das Wochenende in Braunschweig zurückdenken, was kommt Ihnen sofort in den Sinn, und welche Schlussfolgerungen ziehen Sie?

Inken Holldorf: Der Hackathon macht Mut, denn die viel beschworenen Herausforderungen der Zukunft sind Gegenwart. Auch und gerade im Gesundheitswesen. Die Art wie man damit umgehen kann, haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in höchst professioneller Weise demonstriert. Es ist diese Haltung, die zeigt, dass Digitalisierung im Gesundheitswesen Hand in Hand mit allen Akteuren zu neuen Lösungen betragen kann.

Der Hackathon im schönen Haus der Wissenschaft in Braunschweig hat dazu einen angemessen Rahmen geboten. Auch wir freuen uns bereits, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

Als Geschäftsführer der Metropolregion GmbH liegt Kai Florysiak die Wettbewerbsfähigkeit dieses bedeutenden Wirtschaftsraums um Hannover, Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg im nationalen und internationalen Kontext am Herzen. Innerhalb der Geschäftsführung widmet er sich verstärkt den Chancen der Digitalisierung für die Gesundheitswirtschaft von morgen. Die Metropolregion GmbH agiert in diesem Handlungsfeld als Impulsgeber, Plattform und Projektentwickler. Seit 2014 ist Kai Florysiak Mitglied im Beirat eHealth.Niedersachsen des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung.