TK spezial: Glückwunsch zum Sieg des Wettbewerbs "Digitale Stadt". Was bedeutet der Gewinn nun für Ihre Stadt?

Jochen Partsch, Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Jochen Partsch

Partsch: Wir wollen in Darmstadt Ressourcen effizient nutzen und die Lebensqualität der Bürger verbessern. Cybersicherheit und Datenschutz sind uns dabei enorm wichtig. Wir wollen eine Modellstadt der Digitalisierung werden, in der Lösungen entwickelt und getestet werden, die am Ende auch auf andere Kommunen übertragen werden können.

TK spezial: Wir beobachten mit Spannung, welche Projekte Sie im Bereich Gesundheit umsetzen wollen. Was packen Sie in diesem Bereich als erstes an?

Partsch: Wie bereits erwähnt, sind uns der Datenschutz und vor allem der besonders sensiblen Patientendaten wichtig. Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger wird profitieren - insbesondere durch die sichere Verknüpfung von digitalen Prozessen und Daten. Wir wollen Partner aus den verschiedenen Bereichen vernetzen, das Wissen vor Ort nutzen und Stakeholder zusammen bringen. Die Bürger sollen bei diesem Prozess mitgenommen werden und ihn aktiv mitgestalten.

Zur Person

Jochen Partsch wurde 1962 in Hammelburg (Unterfranken) geboren. Er studierte Sozialwissenschaften in Göttingen und erlangte dort einen Abschluss als Diplom-Sozialwirt. Von 1995 bis 2004 war Partsch Koordinator für die lokale Beschäftigungsförderung der Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte Hessen in Frankfurt. Anschließend war er zwei Jahre Dozent an der Hochschule Darmstadt. 2006 wurde er in den hauptamtlichen Magistrat der Stadt Darmstadt gewählt und übernahm das Sozialdezernat. Im April 2011 wurde Partsch zum Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt gewählt. Bei den Oberbürgermeisterwahlen 2017 wurde er in diesem Amt bestätigt.

TK spezial: Wo sehen Sie die Stadt Darmstadt in zwei Jahren im Bereich Gesundheit?


Partsch: Verordnungen, Rezepte und Impfkalender - alles läuft digital. Bürger können personalisierte Hinweise erhalten, zum Beispiel Allergiker auf Basis von Umwelt- oder Wetterdaten, oder Warnungen vor epidemischen Ereignissen wie Grippewellen. Wir haben eine intuitive Datenplattform geschaffen, über die jeder jederzeit Zugriff auf seine besonders geschützten eigenen Gesundheitsdaten hat und seine Daten, zum Beispiel um eine Zweitmeinung einzuholen, mit anderen teilen kann. Unterstützungsangebote wie das Assisted Living erlauben älteren Menschen, möglichst lange in ihrem gewohnten und vertrauten Umfeld leben zu können, bevor sie Dienste von Alters- oder Pflegeheimen in Anspruch nehmen müssen.