Tamer Stock, Student der der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, gewann mit seiner Bachelorarbeit den mit 1.000 Euro dotierten Gesundheitspreis der TK in der Kategorie "Gesundheitsversorgung, Pflege und Digitalisierung in der Arbeitswelt“. In seiner Arbeit widmete sich Herr Stock den technischen und wirtschaftlichen Potenzialen von Smart Floors als Ambient-Assisted-Living-System in der Alten- und Krankenpflege 4.0.

Im Interview erläutert Herr Stock, wie er auf das Thema seiner Bachelorarbeit aufmerksam wurde.

TK: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben mit Ihrer Bachelorarbeit die Jury überzeugt und in der Kategorie "Gesundheitsversorgung, Pflege und Digitalisierung in der Arbeitswelt" den Nachwuchspreis 2019 gewonnen. Wie Sind Sie als angehender Wirtschaftsingenieur Maschinenbau bei der Themensuche für Ihre Bachelorarbeit ausgerechnet auf die Problematik Pflege gekommen?

Tamer Stock

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Tamer Stock: Auf der Suche nach einem Thema für meine Bachelorarbeit bin ich recht früh auf das Thema Industrie 4.0 und Digitalisierung gestoßen. Am Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft und Arbeitsgestaltung wurden mir die AWI-Labs vorgestellt. Die AWI-Labs sind Labore in denen die Studenten selbständig innovative Lösungen im Bereich der Arbeitswelt 4.0 erproben können Im Pflegelabor weckte der Smart Floor mein besonderes Interesse. Die Verbindung fortschrittlicher Technologie mit dem sozialen Aspekt der Pflege fand ich als Thema für meine Arbeit besonders reizvoll. 

TK: Für Ihre Arbeit mussten Sie sich gewissermaßen fachfremd mit Themen wie dem demografischen Wandel und den Einsatzmöglichkeiten digitaler Anwendungen für Pflegebedürftige und Pflegende beschäftigten. Wie umfangreich war die Recherche dafür? Entsprach diese Ihren Erwartungen?

Stock: Für die theoretischen Grundlagen meiner Bachelorarbeit galt es unter anderem, die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Pflege zu recherchieren. Hierbei hat sich schnell herausgestellt, dass das Thema Pflege deutlich komplexer ist, als ich es mir vorgestellt habe. Auch waren mir die Folgen des demografischen Wandels auf die Pflegebranche nicht in diesem Ausmaß bewusst.

Zur Person

Tamer Stock ist Student an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Seinen Bachelor als Wirtschaftsingenieur Maschinenbau mit der Vertiefung Produktionstechnik schloss er in diesem Jahr ab. Seine Bachelorarbeit schrieb Herr Stock am Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft und Arbeitsgestaltung. Die Arbeit befasst sich mit der Integration eines Smart Floors in die Pflege 4.0. Unter anderem wurde im Pflegelabor des Institutes der Smart Floor kabellos mit dem Raumlicht und einem Notruf verbunden.  Obgleich das Thema Pflege eher ungewöhnlich für diesen Studiengang scheint, war der Anreiz für diese Arbeit die gesellschaftliche Relevanz und die Möglichkeit, sich in diesem Rahmen mit den Herausforderungen des demografischen Wandels zu beschäftigen.

TK: Bundesweit sind 4,1 Prozent der Gesamtbevölkerung pflegebedürftig. In Sachsen-Anhalt liegt die Quote mit fünf Prozent sogar noch höher. Die Mehrheit Pflegebedürftiger möchte so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Wäre die Fragestellung Ihrer Bachelorarbeit, also die Auseinandersetzung mit dem Potential der Digitalisierung für die Zukunft der Pflege damit eine für Sie denkbare berufliche Perspektive? Oder in welche Richtung möchten Sie nach jetzigem Stand gehen?

Stock: Die Pflegebranche wird in Zukunft immer weiter wachsen. Zudem befindet sich die Pflege im Umbruch. In Zukunft werden sich neue Versorgungsmodelle und neue Berufsbilder entwickeln. Ich stelle es mir spannend vor, mit eigenen Ideen diesen Umbruch ein kleines Stück mitzugestalten. In Folge der Digitalisierung wird auch Personal in die Pflegebranche Einzug finden, das auf den ersten Blick fachfremd sind. Ich denke hier beispielsweise an Informatiker oder Elektrotechniker. Technische Lösungen für pflegebedürftige Menschen zu finden, die Ihnen möglichst lange ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben ermöglicht und gleichzeitig ihre emotionalen Bedürfnisse berücksichtigt, empfinde ich als eine sehr wichtige und interessante Herausforderung. Deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen, mich in der Zukunft weiterhin mit dieser Thematik zu befassen.

Kompetenzzentrum Soziale Innovation Sachsen-Anhalt

Prof. Everhard Holtmann im Interview , Projektleiter des Kompetenzzentrums Soziale Innovation Sachsen-Anhalt.