Stuttgart, 11. November 2019. Die Techniker Krankenkasse (TK) appelliert an Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha, aus dem einmaligen "Sonderprogramm Digitalisierung" im Rahmen der Krankenhausinvestitionsfinanzierung eine dauerhafte Förderung für die Kliniken im Südwesten zu machen. 

Das Ministerium für Soziales und Integration (MSI) hatte den Kliniken einmalig zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Voraussetzungen für Digitalisierung zu schaffen. Insgesamt 158 Krankenhäuser hatten Mittel beantragt, 157 haben die Finanzspritze auch erhalten.

Einmalprogramm reicht nicht aus

Aus Sicht der TK reicht das jedoch bei weitem nicht aus. "Trotz des Sonderprogramms ist das Krankenhaus 4.0 noch in weiter Ferne. Häufig werden Arbeitsabläufe und Prozesse durch die IT nur unzureichend unterstützt", sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. "Derzeit wird der Landeskrankenhausplan überarbeitet. In diesem Kontext sollte es gelingen, ein klares politisches Bekenntnis für eine dauerhafte Digitalisierungsförderung zu setzen", so Vogt.   

Vorhandene Netze zusammenführen

Eine Verstetigung des Sonderprogramms ist nach Einschätzung der TK auch Voraussetzung dafür, klinikübergreifend ein gemeinsames telemedizinisches Versorgungsnetz zur Verfügung zu stellen. "Dieses Netzwerk sollte ganz Baden-Württemberg abdecken und die bisher schon vorhandenen Netze zusammenführen", betonte Vogt.

30 Prozent für digitale Projekte

In diesem Netz sieht die TK im Südwesten Telekonsile von Hochleistungseinrichtungen für andere Kliniken und niedergelassene Ärzte ebenso wie telemedizinische Beratung und Betreuung von Patientinnen und Patienten. "Für die Finanzierung eines solches Netzwerks könnten zusätzlich Mittel aus dem Krankenhaus-Strukturfonds genutzt werden", schlägt der Leiter der TK-Landesvertretung vor. „Wir glauben, dass eine Quote von 30 Prozent der dort jährlich zur Verfügung stehenden Fördersumme von 120 Millionen Euro ausschließlich für Projekte der digitalen Vernetzung angemessen wäre.“