Am PC rennt die Zeit oft viel schneller als sonst, es wird einfach nie langweilig. Schon Kleinkinder wissen heute, wie das richtige Wischen und Klicken auf Displays funktioniert. Das Smartphone bietet vielfältige Möglichkeiten: mit Freunden schreiben, Musik hören, Videos herunterladen, eine Runde spielen, oder Fotos posten. Egal wo man gerade ist, es gibt immer was zu tun.

Internet und Social Media bergen Stolpersteine

Mit den Möglichkeiten des Internets und der Sozialen Medien ist jedoch auch die Anzahl der Stolpersteine und Risiken gestiegen. Der Versuch, sie gleichzeitig oder wechselweise zu nutzen und so ständig abgelenkt und unterbrochen zu sein, kostet das Gehirn Kraft und geht auf Kosten der Regeneration. Erst die konzentrierte Tiefe auf eine Angelegenheit, das Versinken in einem Buch, einem Gespräch oder das Genießen der Natur entspannt das Gehirn effektiv. Auch ein spannender Film könnte das leisten, wenn man ihm seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken würde.

Eltern sind verunsichert

Bei einigen Kindern und Jugendlichen ist der Übergang von harmloser Mediennutzung zum exzessiven Konsum fließend. Eltern fühlen sich mit den vielfältigen technischen Möglichkeiten häufig überfordert und sind verunsichert. Sie wissen nicht, was ihre Kinder online sehen und tun. Einfluss zu nehmen, ist mühsam und nicht immer erfolgreich. Und wenn die Kinder ihr Smartphone gar nicht mehr aus der Hand legen oder ganze Nächte mit Computerspielen verbringen, ist der Familienkrach programmiert. Auch professionelle Berater der Suchthilfe, Pädagogen und Lehrkräfte werden zunehmend mit Fragen zum problematischen Medienkonsum konfrontiert.

Neues Selbsthilfe-Angebot

Die TK bietet in Kooperation mit dem ServiceBureau Jugendinformation und dem Netzwerk Selbsthilfe Bremen-Nordniedersachsen e. V. das Projekt "Mediensucht-Bremen.de" an. Das Angebot richtet sich an Eltern und Angehörigen von Kindern und Jugendlichen mit einer möglicherweise problematischen Mediennutzung, um Unterstützung zu bieten und Orientierung zu geben. Anonym und kostenlos können sich Hilfesuchende auf den Internetseiten informieren oder direkt in einem Online-Chat beraten lassen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eine Selbsthilfegruppe zu besuchen.