Durch GERDA - Geschützter eRezeptDienst der Apotheken - kommt das elektronische Rezept nach Baden-Württemberg. Mit finanzieller Unterstützung durch das Sozialministerium Baden-Württemberg und der Unterstützung der Krankenkassen wurde das Projekt von Landesapothekerkammer (LAK) und Landesapothekerverband (LAV) ins Leben gerufen.

TK: Herr Koffner, wie bewerten Sie das eRezept GERDA?

Markus Koffner: Es ist sehr erfreulich, dass es gelungen ist, bei docdirekt den nächsten Schritt zu gehen und den Patientinnen und Patienten auch bei der Verordnung von Medikamenten den Weg zum Arzt zu ersparen - wenngleich vorerst begrenzt auf die Standorte Stuttgart und Tuttlingen. Damit wird die Telemedizin weiter an Attraktivität gewinnen. 

Markus Koffner

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Leiter Regionales Vertragswesen, TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

Die Tatsache, dass alle beteiligten Organisationen es geschafft haben, bei diesem anspruchsvollen Projekt zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen, ist zudem ein Erfolg für die Gesundheitspolitik in Baden-Württemberg. Wir raufen uns zusammen und bleiben auch in rauer See auf Kurs. Dieser Kurs heißt Digitalisierung des Gesundheitswesens in Baden-Württemberg.  

TK: Sie waren bei den Verhandlungen mit dabei. Was war der Beitrag der Krankenkassen in Baden-Württemberg? 

Koffner: Wir haben als TK zum einen unser Know-How in Sachen Digitalisierung eingebracht. Wir testen das elektronische Rezept bereits seit Anfang des Jahres in Hamburg Wandsbek.

Die Krankenkassen generell haben viele schwere Brocken aus dem Weg geräumt, um das Projekt zum Laufen zu bringen. Bei der Verordnung von Medikamenten greift ein komplexes Regelwerk mit vielen Vorgaben. Diese so anzupassen, dass das eRezept möglich wird und gleichzeitig bei der Sicherheit der Patienten keine Abstriche gemacht werden, war eine große Herausforderung. 

TK: Das eRezept ist ein wichtiger Baustein in einem digitalen Behandlungsprozess. Wie sieht dieser Prozess aus Sicht der TK aus? 

Koffner: Als erste Kasse haben wir vor wenigen Tagen ein vollständig digitales Pilotprojekt zur Fernbehandlung von Versicherten per Videotelefonie gestartet. Damit bilden wir erstmals eine komplette Behandlungskette von der Diagnose über die Krankschreibung bis hin zur Medikamentenbestellung in einem durchgängig digitalen Prozess ab.

Damit zeigen wir, wie stark die Digitalisierung im Gesundheitswesen das Leben für Patienten, Ärzte und Apotheker erleichtern kann. Dazu gehören die Fernbehandlung per Videotelefonie, die elektronische Arbeitsunfähigkeitserklärung (eAU) und das eRezept. Die Versorgung wird sich in den kommenden Jahren erheblich in diese Richtung verändern.