TK: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Patientendaten-Schutz-Gesetz vorgelegt. Was sind aus Ihrer Sicht die zentralen Inhalte?

Andreas Vogt: Das Gesetz ist der Durchbruch für die elektronische Patientenakte ePA, die ab dem 1. Januar 2021 kommen wird. Durch das Gesetz haben Versicherte jetzt einen Anspruch darauf, dass Ärzte Befunde und Berichte in der Akte ablegen.

Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die Akte ihre Aufgabe für Patienten erfüllen kann. Erst dadurch wird sie für Versicherte zu einem praktischen Helfer - ohne Inhalte bringt die Akte für Patienten keinen Mehrwert.

Andreas Vogt

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Leiter TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

TK: Zudem gibt es nun einen konkreten Vorschlag, wie das elektronische Rezept in die Versorgung kommen soll. In welchem Zusammenhang stehen das Digitale-Versorgungs-Gesetz und das PDSG zueinander?

Vogt: Das PDSG wurde notwendig, weil datenschutzrechtliche Regelungen, die ursprünglich im DVG enthalten waren, dort nach Bedenken des Bundesjustizministeriums gestrichen wurden. Dieser Komplex ist jetzt im PDSG enthalten.

Der rote Faden ist für mich darüber hinaus die Erkenntnis, dass durch bessere Datenauswertung und die Vernetzung von Informationen nicht nur der einzelne Patient oder Versicherte von der Digitalisierung profitiert, sondern das Gesundheitswesen insgesamt.

Denn die Übermittlung von Patientendaten über die ePA, wie sie das PDSG nun vorsieht, ist die Grundlage für den Fortschritt in der Medizin. Richtig ist, dass diese Übermittlung freiwillig erfolgt. In Zeiten von Big Data und Datenhandel halte ich es für einen zentralen Punkt, dass die Hoheit über die eigenen Gesundheitsdaten bei jedem persönlich liegt.

TK: Die TK bietet die elektronische Gesundheitsakte TK-Safe schon seit Mai 2019 an. Wird TK-Safe noch gebraucht, wenn die ePA ab 2021 kommt?

Vogt: Auf alle Fälle. TK-Safe hat aktuell die 250.000-Nutzer-Marke geknackt. Unsere Versicherten können die meisten Funktionen, die die ePA bieten wird, jetzt schon nutzen. Wir führen derzeit im Hintergrund TK-Safe und die ePA technisch zusammen. 

Der große Vorteil für unsere Versicherten ist dann ab 2021, dass über die Telematik-Infrastruktur - die Datenautobahn im Gesundheitswesen - bundesweit alle Ärzte und Krankenhäuser an TK-Safe angebunden sein werden. Versicherte können sich dann Laborberichte und Befunde von ihren Ärzten direkt in ihre Akte laden lassen und selbst entscheiden, ob sie die Informationen für Ärzte freigeben möchten.