Kiel, 09. Juli 2019. Immer mehr Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) nutzen die digitale Krankschreibung. Im Rahmen eines Pilotprojekts haben Versicherte in Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, ihr Attest über den Arzt digital an die Krankenkasse zu übermitteln. Anfang Juli ist nun die 100.000ste Krankschreibung auf diesem Weg bei der TK eingegangen - 85.114 davon wurden im nördlichsten Bundesland ausgestellt. 

Insgesamt beteiligen sich in Schleswig-Holstein aktuell 479 Ärzte an dem Pilotprojekt zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Sie können die Bescheinigung ihrer Patienten über ihre Praxissoftware direkt an die TK weiterleiten.     

Nur ein Klick

"Die aktuellen Ergebnisse zeigen uns, dass die digitale Krankschreibung von den Schleswig-Holsteinern angenommen wird. Das Projekt ist ein gutes Beispiel für echte Vereinfachung und Beschleunigung durch die Möglichkeiten der Digitalisierung", sagt Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. Die Vorteile des Pilotprojekts liegen klar auf der Hand: Die Ärzte schicken die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mit einem Klick an die Krankenkasse. Die Patienten können sich so auf ihre Genesung konzentrieren und müssen sich nicht damit beschäftigen, die Bescheinigungen einzuscannen oder in die Post zu geben. Auch das Risiko, das Einreichen zu vergessen, entfällt damit. Schmidt-Bodenstein: "Die eAU bietet allen Beteiligten schnellere und transparentere Prozesse und sorgt für weniger Bürokratie."

In Zukunft Millionen Papierzettel einsparen

Das Projekt eAU ist im September 2017 gestartet - zunächst in Schleswig-Holstein, später kamen Ärzte aus Hamburg und Nordrhein-Westfalen hinzu. Außerdem sind mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und der TK zwei Arbeitgeber angebunden, die mit Zustimmung der Versicherten die Krankmeldung elektronisch übermittelt bekommen. So spart sich der Arbeitnehmer also auch das Einreichen des gelben Scheins beim Arbeitgeber. 

Das UKSH geht mit der Projektteilnahme einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung. Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH: "Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung passt hervorragend in die digitale Agenda des UKSH. Unser Ziel ist das tastaturlose Krankenhaus und die Befreiung aller Mitarbeiter/innen und Patienten von überflüssiger Bürokratie. So gewonnene Zeit können wir in die weitere Steigerung der Attraktivität des UKSH investieren."

Papier einsparen

Ein weiterer Pluspunkt der eAU: Der digitale Weg hilft in Zukunft dabei, Tonnen von Papier zu sparen. Auf dem traditionellen Weg muss ein Arzt bislang die Krankschreibung dreifach ausstellen - für den Arbeitgeber, die Krankenkasse und den Patienten. Bei bundesweit insgesamt etwa 77 Millionen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im Jahr kommen so rund 230 Millionen Zettel zusammen, die künftig eingespart werden könnten. 

Hinweis für die Redaktionen

Der 2018 erschienene TK-Meinungspuls 2017 bietet repräsentative Zahlen mit dem Fokus auf Digitalisierung im Gesundheitswesen. Ein Ergebnis der Befragung: Zwei Drittel der Menschen in Deutschland erwarten durch digitale Technologien Vorteile für Patienten.