Frankfurt am Main, 3. Februar 2020. Zum Safer Internet Day (SID) macht die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen auf das Projekt "Law4school" aufmerksam. Mit seinem Angebot passt das Projekt zum SID-Motto 2020: "Together for a better internet". Die Rechtsanwältin Gesa Stückmann klärt in Webinaren an Schulen über "psychische Folgen und rechtliche Konsequenzen von Cybermobbing" auf. Die TK fördert das Angebot im Rahmen der Prävention. Die TK setzt sich damit gegen Cybermobbing und für mehr Selbstsicherheit von Schülern ein, die Opfer von Cybermobbing werden, sowie für den Aufbau von digitaler Medienkompetenz.

Prävention durch Webinare

Hessische Schulen, die sich für Prävention von Cybermobbing engagieren und ihre Schüler ab der 5. Klasse zum Thema aufklären wollen, können sich das ganze Jahr über anmelden. Auch einzelne Klassen können die Webinare über die Lehrkräfte für ihre Schüler und/oder für Elternabende buchen. Bundesweit sind in bislang rund 1.200 Online-Seminaren rund 70.000 Zuhörer erreicht worden. Das Webinar findet als 90-minütige "Live-Sendung" statt, sodass alle Teilnehmer wechselseitig Fragen stellen können und die gegenseitige Kommunikation jederzeit möglich ist.

Influencer und Meinungsmacht

Das Motto des SID "Together for a better internet" wird in Deutschland ergänzt um das Thema "Idole im Netz. Influencer & Meinungsmacht". Influencer oder YouTube-Stars gehören zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen heute dazu. Solche Idole setzen für Millionen von Fans Maßstäbe. Andererseits sind auch sie selbst den Kommentaren und Bewertungen ihrer Fans ausgesetzt, sodass es hier zu Cybermobbing kommen kann. Gleichzeitig ist es heute völlig normal, Kommentare als Interaktionsform einzusetzen. Die Anonymität im Netz begünstigt aber mitunter einen fließenden Übergang von der harmlos gemeinten Bemerkung hin zum Cybermobbing. Noch mehr an Fahrt kann die Belästigung aufnehmen, wenn eine ganze Gruppe die jeweilige Aussage aufnimmt. Oder auch, wenn sich der Wind dreht und der Kommentator in den Fokus der Community rückt. 

Mobbing ist Lebensrealität

Diese Reaktionskette kann in allen Social-Media-Gruppen eintreten. "Wir müssen hier gezielt aufklären, um ernstzunehmenden psychischen und physischen Folgen von Cybermobbing vorzubeugen. Betroffene Kinder reagieren beispielsweise mit Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Schlafstörungen oder Depressionen. Daraus entstehende gesundheitliche Beeinträchtigungen können auch noch Jahre später ihre Spuren hinterlassen", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen. "In Zeiten, in denen Social-Media-Angebote die meisten Menschen den ganzen Tag über auf dem Smartphone begleiten, ist es wichtig, vor allem Kinder und Jugendliche für den Umgang mit Medien und das Internet fit zu machen. Die Webinare von Law4school sind dafür eine zeitgemäße Form, mit der wir die Jugendlichen im Setting Schule gut erreichen", so Voß. 

Der 2018 veröffentlichte Pisa-Report belegt, dass fast jeder sechste 15-Jährige regelmäßig und teils massiv gemobbt wird. Im Pisa-Report aus 2019 gab annähernd jeder vierte Jugendliche an, mindestens ein paar Mal pro Monat von Mitschülern drangsaliert zu werden. Auch wenn Mobbing kein neues Phänomen darstellt, durch die Möglichkeiten, übers Internet zu mobben, erreichen die Täter neue Dimensionen. Die TK sieht hier großen Handlungsbedarf, präventiv tätig zu werden.

Cybermobbing: kein Kavaliersdelikt

Über 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren sind täglich im Internet unterwegs. Fast alle (94 Prozent) Jugendliche nutzen dafür ihr Handy. Als wichtigsten Kommunikationskanal benennen 95 Prozent der Jugendlichen den Messenger-Dienst WhatsApp (Quelle: JIM-Studie 2018). Ergebnisse, die auch die Rechtsanwältin Gesa Stückmann aus ihrem Praxisalltag bestätigen kann. In dem Online-Seminar Law4school ist der Instant-Messenger ein großes Thema, weil sich Infos, Fotos und Videos dadurch rasch und unkompliziert verbreiten lassen - und zwar im Guten wie im Schlechten. Um den negativen Folgen wie beispielsweise Cybermobbing vorzubeugen, erklärt Juristin Stückmann im Webinar anhand praktischer Fälle, welche rechtlichen Folgen Cybermobbing oder Verstöße gegen das Recht am eigenen Bild haben können.

"Nicht nur Erwachsene können wegen Cybermobbing strafrechtlich belangt werden - auch Kinder können eine Strafe erhalten, wenn sie andere im Netz verunglimpfen oder sich an Hetzkampagnen beteiligen", sagt Stückmann. Außerdem erklärt sie, wie Cybermobbing entstehen kann, wie es sich auf die Opfer auswirkt und das es sich bei dieser Mobbingform nicht um ein Phänomen handelt, das nur Außenseiter betrifft. "Cybermobbing kann jeden treffen. Die Auslöser sind oft Freunde, die sich über irgendetwas geärgert haben und dann einen Stein ins Rollen bringen", erklärt Stückmann.

Hintergrund für Lehrkräfte

Interessierte Lehrer können ihre Klasse(n) jederzeit auf dem Portal von Law4school für das Webinar online anmelden. An dem interaktiven Angebot können mehrere Schulen gleichzeitig teilnehmen. Vor Schulungsstart ist es empfehlenswert die technischen Voraussetzungen zu prüfen: Beamer, Internetzugang, Lautsprecher und Mikrofon sind erforderlich. In einem individuellen Termin wird die Software mit Rechtsanwältin Stückmann getestet. Die Kosten des Online-Seminars übernimmt überwiegend die TK, jede teilnehmende Schule erbringt einen Eigenanteil von 60 Euro je Webinar bzw. daran teilnehmender Klasse oder Elternabend. Das Webinar umfasst 90 Minuten und kann in Klassenräumen oder in der Schulaula übertragen werden. Es finden jede Woche mehrere Termine statt. Alle organisatorischen Informationen sind der Website von Law4school zu entnehmen. Kontakt zu Gesa Stückmann via E-Mail: info@law4school.de.

Weiterführende Links