In der ersten Phase der Pandemie in Deutschland ging es vor allem um die Vermeidung physischer Kontakte. Deshalb wurden viele digitale Wege und Leistungen etabliert und zumeist pragmatische Lösungen gefunden. Aber bieten diese auch im "Normalzustand" einen Mehrwert?

Ganz kurz und knapp: Ja! Denn gerade in dieser Zeit haben wir gesehen, dass viele Dinge einfach funktionieren - im Gesundheitswesen und auch darüber hinaus - wenn man sie angeht und umsetzt. So sind etwa bei uns in der TK viele externe Termine ausgefallen, die wir aber oft durch Videomeetings ersetzen konnten. Diese Art der Kommunikation stellt jedoch nicht immer eine Alternative für den persönlichen Kontakt dar. 

Stefan Groh

Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Leiter der TK-Landesvertretung Saarland

25.000 Ärzte bieten Videosprechstunden an

Ein weiteres gutes Beispiel liefert die Ärzteschaft. Noch kürzlich boten bundesweit nur 1.700 Ärzte Videosprechstunden an. Mittlerweile sind es 25.000! Auch hierbei ist mir selbstverständlich bewusst, dass der direkte Kontakt zum Arzt nicht gänzlich ersetzt werden kann. Trotzdem macht es oft Sinn, sich per Videotelefonie mit dem Arzt auszutauschen, statt in die Praxis zu kommen. Die Ansteckungsgefahr wird damit letztlich auch verringert. Noch attraktiver wird die Fernbehandlung, wenn künftig ein elektronisches Rezept und eine elektronische Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung ausgestellt werden dürfen. Gesetzliche Regelungen dazu gibt es ja schon. 

Treiber der digitalen Transformation

Als TK sehen wir uns als Treiber der digitalen Transformation im Gesundheitssektor und haben die gesamte Fernbehandlung in Pilotprojekten schon vorher einem Teil unserer Versicherten angeboten. Bedingt durch die Corona-Situation wurden diese Angebote dann auf alle Versicherte mit Corona-Infektion oder Corona-Verdacht ausgeweitet. Damit können wir unseren Teil dazu beitragen, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. 

Mehrwert der elektronischen Patientenakte erkennbar

Diese Krise hat aber auch gezeigt, welchen Mehrwert eine funktionierende elektronische Patientenakte (ePA) bieten kann. Daher bin ich froh, dass Bundesgesundheitsminister Spahn trotz der Pandemie an der Einführung der ePA zum 1. Januar 2021 festhält. In einer digitalen Akte können wichtige Gesundheitsdaten zentral gespeichert werden und so einen Gesamtüberblick für den Patienten bieten. Wir sehen am positiven Feedback der Versicherten auf unsere Akte, TKsafe, dass Nutzer sich diesen Mehrwert für ihre Gesundheit wünschen.

Digitalisierung im Gesundheitswesen ist wichtig

Doch nicht nur im Gesundheitswesen, auch in Schulen, Universitäten oder Behörden sind nun digitale Lösungen möglich. Zwar sind Homeschooling und Fernstudium sicher keine Dauerlösungen für alle, aber die digitalen Möglichkeiten bieten viel mehr Flexibilität und Gestaltungsraum. 
Insgesamt kann man festhalten: Wie wichtig die laufende Digitalisierung im Gesundheitswesen und auch darüber hinaus ist und welche Chancen sie bieten kann, wurde in der aktuellen Situation noch einmal besonders deutlich! Nicht alle Änderungen werden diese Zeit überdauern. Ich hoffe aber, dass die grundsätzliche Bereitschaft den digitalen Wandel mitzugestalten bei allen Beteiligten erhalten bleibt.