Mit Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) ist der Grundstein für ein zukunftsfähiges, digitales Gesundheitssystem gelegt. Zwar bietet die Akte mit ihrer Einführung zum 1. Januar 2021 noch nicht alle wichtigen Funktionen, diese kommen aber Schritt für Schritt hinzu. Spätestens durch die Anbindung der niedergelassenen Ärzteschaft zum 1. Juli dieses Jahres werden der Nutzen und der Mehrwert auch für die Patientinnen und Patienten immer sichtbarer.

Stefan Groh

Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Leiter der TK-Landesvertretung Saarland

Wir als TK jedenfalls sind von der ePA als zentraler Punkt einer modernen Gesundheitsversorgung überzeugt und bieten schon seit der Einführung wichtige Funktionen in unserem TK-Safe an. Dabei können wir auf zwei Jahre Erfahrung zurückgreifen, da wir unseren Versicherten schon vorher eine elektronische Akte angeboten hatten. Wenn dann zukünftig zum Beispiel auch das elektronische Rezept, die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder der elektronische Impfpass regehalft in der ePA umgesetzt sind, wird sich die Versorgung der Menschen weiter deutlich verbessern und vereinfachen.

Corona beschleunigt die Digitalisierung

Dass die Digitalisierung generell an Fahrt aufgenommen hat, lässt sich durch die Corona-Pandemie erklären. Es werden bundesweit immer mehr Fernbehandlungen durchgeführt, egal ob in der ärztlichen oder der psychotherapeutischen Versorgung. So ist die Zahl der Video-Psychotherapiestunden alleine im Saarland vom ersten zum zweiten Quartal 2020 um über 830 Prozent angestiegen. Das zeigt, dass die Akzeptanz solcher Angebote sowohl auf Arzt- als auch Patientenseite deutlich gestiegen ist. Ich finde das gut und wichtig, denn mit diesen Konzepten steigt für alle Beteiligten die Flexibilität - räumlich, aber auch zeitlich. Ich bin mir durchaus bewusst, dass diese nicht für alle Fälle und Diagnosen eine Option ist, aber doch für viele. Daher bin ich mir sicher, dass sich die Fernbehandlung auch nach der Pandemie als neuer Versorgungspfad etablieren wird.

Ein weiteres gutes Beispiel, wie die Digitalisierung die Versorgung erleichtern kann, ist unser Angebot TK-Online-Hautcheck. Durch die Zusammenarbeit mit dem Internetportal OnlineDoctor können wir unseren Versicherten als erste gesetzliche Krankenkasse eine Online-Beratung bei Hautproblemen anbieten. Immer mehr niedergelassene Dermatologen stoßen zur Plattform hinzu, denn das zeitlich asynchrone Konzept funktioniert. Menschen mit Hautbeschwerden fotografieren die betroffenen Stellen, beschreiben ihre Symptome und bekommen innerhalb von 48 Stunden eine ärztliche Einschätzung und Therapieempfehlung. Durch diesen zeitlichen Rahmen können die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte die Anfragen flexibel um ihren Praxisalltag herum beantworten. Auch dieses Konzept zeigt: Es geht nicht darum, Ärztinnen und Ärzte abzulösen, sondern diese in die Entwicklungen mit einzubeziehen. Es funktioniert nur gemeinsam.

TK fördert digitale Transformation

Die TK fordert und fördert aus all diesen Gründen die digitale Transformation im deutschen Gesundheitswesen. Wir sind überzeugt, dass wir die Versorgung gemeinsam mit den Leistungserbringern und unseren Partnern weiter verbessern können. Das erwarten nicht nur unsere Versicherten, sondern auch wir selbst von uns.

Auch die Politik hat in dieser Legislaturperiode Schwung in die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens gebracht. Mit diversen Gesetzen wurden die Grundlagen für ePA und Co. geschaffen. Ich hoffe, dass dieser Schwung auch nach der Bundestagswahl und trotz voraussichtlich neuer Besetzung beibehalten wird.