TK: Sie wurden vor einiger Zeit dabei unterstützt, Ihre digitalen Lösungen zur Sprachtherapie weiterzuentwickeln. Wie ist es für Sie weitergegangen?

Mona Späth und Hanna Jakob: Unsere digitale Versorgungslösung für Menschen mit Sprachverlust nach einer Hirnschädigung hat sich mittlerweile sehr gut verbreitet und wir sehen eine sehr hohe Zufriedenheit bei unseren Nutzern. Aufgrund der vielen Anfragen, welche Therapeuten das neolexon Eigentraining zusätzlich zur Therapie einstellen, bauen wir seit Februar dieses Jahres einen neolexon Therapeutenfinder auf.

Mittlerweile unterstützen über 420 logopädische Praxen unsere Versorgungslösungen, und das Netzwerk wächst ständig weiter. Außerdem haben wir in einem interdisziplinären Team bestehend aus Sprachtherapeuten, Informatikern, Game-Designern und -Entwicklern intensiv an einer neuen digitalen Versorgungslösung für Kinder mit Artikulationsstörungen (wie z.B. Lispeln) gearbeitet. Diese soll in Zukunft das zusätzliche Üben zuhause erleichtern.

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Mona Späth und Hanna Jakob

TK: Was sind Ihrer Erfahrung nach die großen Stolperfallen für junge Start-ups, die im Gesundheitswesen Fuß fassen wollen?

Mona Späth und Hanna Jakob: Für Start-ups stellt dieser stark regulierte Markt und die Ungewissheit über die Zugangswege eine sehr große Hürde dar. Die Zertifizierung als Medizinprodukt, die Einhaltung der höheren datenschutzrechtlichen Anforderungen und das Durchführen von Studien sind für junge Unternehmen äußerst zeit- und kostenintensiv. Außerdem wird häufig unterschätzt, wie lange doch der Weg ist, in eine Erstattung durch Krankenkassen zu kommen. Wir würden uns für die Zukunft wünschen, dass es kürzere und klar strukturierte Wege in die Erstattung gibt. 

Start-up-Förderung bei der TK: Dennis Cole im Podcast-Interview

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TK: Sie haben Ihre Anwendung stets weiterentwickelt und werden bald eine neue App vorstellen. Wo kommen Ihnen die besten Ideen?

Mona Späth und Hanna Jakob: Da wir als Sprachtherapeutinnen in verschiedenen klinischen Einrichtungen auch praktisch gearbeitet haben, haben wir selbst noch viele Ideen, welche digitalen (Weiter-)Entwicklungen die Versorgung maßgeblich verbessern können. Außerdem bekommen wir sehr viel positives Feedback und neue Anregungen von unseren Nutzern. Hier pflegen wir einen sehr regen Austausch, um den größtmöglichen Nutzen für die Versorgung zu schaffen.

TK: Ihr Firmensitz ist in München. Warum ist die bayerische Hauptstadt ein guter Ort für Gründerinnen und Gründer?

Mona Späth und Hanna Jakob: An den Münchener Hochschulen werden Ausgründungen aus der Wissenschaft sehr gefördert. Auch wir sind ein Spin-off der LMU München und wurden bei der Entwicklung unseres Therapiesystems von mehreren staatlichen Förderprogrammen unterstützt. Über die Hochschulen können wir außerdem sehr gut ausgebildete Talente als Mitarbeiter gewinnen. Wir profitieren in München von der sehr gut vernetzten Start-up-Szene, die z. B. im WERK1, wo auch wir unser Büro haben, ständig zum Austausch zusammenkommt.