Der Einsatz von Telemedizin kann die Qualität und Wirtschaftlichkeit der medizinischen Versorgung erhöhen und einer möglichen Unterversorgung entgegenwirken. So etabliert das Innovationsfondsprojekte TeleDermatologie ein telemedizinisches Konsil zwischen Ärzten und Fachärzten. Die teilnehmenden Ärzte nutzen dabei eine App und tauschen sich mit Spezialisten der Hautklinik der Universitätsmedizin Greifswald aus. 

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Wiebke Schwandner


TK: Seit wann nutzen Sie die DermaApp?

Wiebke Schwandner: Ich habe vor über einem Jahr aus einem Schreiben der Universitätsmedizin Greifswald von der App erfahren und fand die Idee, mich mit einem Dermatologen austauschen zu können, sehr reizvoll. Daraufhin habe ich Zugangsdaten beantragt und angefangen, die DermaApp zu nutzen. 

TK: Welche Vorteile ergeben sich für Sie für den Praxisalltag?

Wiebke Schwandner: Meine Hausarztpraxis befindet sich in Penzlin, einer Kleinstadt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Dort betreue ich auch viele ältere Patienten, die für Facharztbesuche auf eine Fahrgelegenheit durch Kinder oder Freunde angewiesen sind. Für sie ist es daher schwer, gerade auch kurzfristigere Termine beim Fachkollegen wahrnehmen zu können. Die App ermöglicht es mir, zeitnah Hilfe bei dermatologischen Fragestellungen zu bekommen und Therapien vor Ort festzulegen. 

TK: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit? Wie lange warten Sie durchschnittlich auf eine Antwort ?

Wiebke Schwandner: Zunächst erfolgt die Aufklärung der Patienten. Ich erläutere ihnen die Vorgehensweise mittels Tablet und wie die App funktioniert. Meine Patienten werden auf die Datenschutzbestimmungen, die Fotodokumentation und die Befunderhebung hingewiesen. Via mskin werden die Daten in die Klinik für Dermatologie der Universitätsmedizin Greifswald gesendet. Diese Daten werden verschlüsselt übertragen und sind für Außenstehende nicht zugänglich. Binnen 24 bis maximal 48 Stunden erhalte ich von dort eine Rückmeldung und kann dann gezielt Therapien beginnen oder modifizieren.

TK: Wie gehen Ihre  Patienten damit um?

Wiebke Schwandner: Seitens der Patienten gibt es ein durchweg positives Feedback zur DermaApp und der damit verbundenen fachärztlichen Beurteilung. Ich selber nutze es auch gerne, um eine zweite Meinung zu erhalten. Meine Patienten schätzen sehr, dass so eine Therapie auch vor Ort möglich ist. Dadurch wird die dermatologische Versorgung auf dem Land verbessert.

TK: Gerade in ländlichen Regionen wird häufig über Defizite bei leistungsfähigen Internetverbindungen gesprochen. Wie schaut es in Penzlin aus. Gibt es Probleme, eine Verbindung herzustellen?

Für mich ist die App eine gute Möglichkeit, mich mit Fachkollegen auszutauschen. Natürlich ist der Netzanschluss in Zeiten der Digitalisierung für mich als Landärztin ein wichtiges Thema. Aber glücklicherweise sind die Geschwindigkeitsvoraussetzungen um die Daten zu übertragen, nicht so hoch. Bislang gibt es bei der Verbindung keine Probleme. Dank der eingebauten Servicefunktion in der DermaApp ist der Draht zum technischen Support kurz. Gibt es Komplikationen, werden die nach Rücksprache zügig behoben.

TK: Würden Sie die DermaApp und die damit verbundene Projektteilnahme weiter empfehlen?

Wiebke Schwandner: Für mich ist die App eine gute Möglichkeit, mich mit Fachkollegen auszutauschen. Ich würde sie daher weiterempfehlen.