Der Deutsche Bundestag hat das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) verabschiedet und damit den Weg frei gemacht für Apps auf Rezept und weitere medizinische Dienstleistungen. Gesundheitsversorger erhalten endlich den notwendigen Rahmen, um ihre digitalen Angebote weiterentwickeln zu können.

Verbesserter Austausch

Das DVG bietet jedoch nicht nur Chancen für den App-Markt, sondern stärkt auch die Telemedizin und Fernbehandlung. Bisher konnten sich Ärzte nur innerhalb der einzelnen Sektoren per Videochat untereinander austauschen. Das DVG ermöglicht, auch zwischen Praxis und Krankenhaus diesen unkomplizierten Weg zu nutzen. Patienten sparen sich so lange Anfahrtswege und Wartezeiten bei Spezialisten. Der Einstieg in die Videosprechstunde ist bereits gemacht. Das DVG baut weitere Hürden ab. 

Guido Dressel

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Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen

Technische Entlastung nötig

Dies sind gute Nachrichten für Thüringen. Auch hier hat die Digitalisierung im Gesundheitswesen in der jüngsten Zeit deutliche Fortschritte gemacht. Möglich wurde dies unter anderem durch die Verknüpfung von innovativen Projektideen mit neu aufgelegten Förderinstrumenten des Landes. Und auch wenn die Umsetzung Letzterer mitunter etwas unstrukturiert anmutete: Es bleibt festzustellen, dass neu entwickelte Pilotprojekte durch den verbesserten Rechtsrahmen nunmehr bessere Chancen haben, sich in der Breitenversorgung der Bevölkerung zu bewähren. Gerade hierzulande ist dies aber auch dringend notwendig. Denn schon aufgrund der demografischen Situation ist die medizinische Versorgung der Zukunft ohne massive technische Entlastung der Fachkräfte inzwischen undenkbar.