Künstliche Intelligenz (KI) begegnet vielen Menschen bereits im Alltag - Nutzern von Navigationssystemen zum Beispiel. Die TK setzt bereits KI ein, um den Versicherten einen besseren Service zu bieten und um interne Prozesse zu optimieren. Nun erhalten TK-Versicherte über die Kooperation mit "Ada Health" erstmals ein auf Künstlicher Intelligenz basierendes Angebot.

Im Interview erklärt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg, die Funktionsweise von Ada und welche Vorteile sich für TK-Versicherte aus der Kooperation ergeben.

TK: Frau Puttfarcken, wie genau funktioniert die App Ada?

Puttfarcken: Ada ist ein Tool, das mittels eines selbstlernenden Systems - einer Künstlichen Intelligenz - einen Symptomcheck durchführt. Nachdem der Nutzer zu Beginn seine Beschwerden in die App eingegeben hat, fragt Ada gezielt Symptome und Risikofaktoren ab.

Die eingegebenen Daten werden mittels Künstlicher Intelligenz (KI) abgeglichen und analysiert. Der Nutzer erhält daraufhin Gesundheitsinformationen zu seinem Fall. Im Anschluss an die KI-Analyse bietet Ada weitere Informationen und Handlungsoptionen, wie zum Beispiel die Konsultation eines Arztes, an.

TK: Wie können TK-Versicherte davon profitieren?

Puttfarcken: In der Kooperation werden dem Ada-Nutzer, der bei der TK versichert ist, digitale TK-Angebote vorgeschlagen. Stellt sich zum Beispiel im Symptomcheck heraus, dass der Nutzer mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine allergische Reaktion auf Pollen aufweist, weist ihn Ada auf die TK-Husteblume hin. 

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Maren Puttfarcken

TK: Warum kooperiert die TK mit Ada Health?

Puttfarcken: Die Digitalisierung vollzieht sich in allen Lebensbereichen in rasanter Geschwindigkeit. Deshalb sehen wir uns als größte Krankenkasse in der Pflicht, uns hier zu engagieren und um die Prozesse aktiv mitzugestalten. Dazu gehört auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Hier gehen wir jetzt voran, um unseren Versicherten qualitätsgesicherte Angebote zur Verfügung stellen zu können.

Fakt ist: Viele Menschen informieren sich über Gesundheitsthemen im Internet. Dabei greifen sie oftmals auf Suchmaschinen zurück. Das zeigte unsere Studie zur digitalen Gesundheitskompetenz "Homo Digivitalis". Der Symptomcheck von Ada bietet für den Versicherten eine Möglichkeit, valide und qualitätsgesicherte Gesundheitsinformationen zu erhalten. Wir als TK möchten unsere Versicherten damit entscheidend in ihrer Gesundheitskompetenz, Patientensouveränität und Patientensicherheit stärken. Fakt ist aber auch, dass der Ada-Symptomcheck nicht den Arztbesuch und den persönlichen Kontakt zum Arzt ersetzt. Eine Diagnosestellung und Behandlung findet selbstverständlich nach wie vor ausschließlich in Praxen und Kliniken statt.

TK: In die Glaskugel geschaut: Wie wird die Versorgung in der Zukunft aussehen?

Puttfarcken: Ich glaube nicht, dass Künstliche Intelligenz Ärzte in der Zukunft ersetzen wird. Schließlich ist Medizin mehr als reines Wissen und Datenabgleich. Zu ihr gehört die menschliche Fähigkeit, mitfühlend auf besondere Situationen zu reagieren. Künstliche Intelligenz kann durch die Fähigkeit, bei jedem Fall dazuzulernen, Unmengen an Wissen verwerten und Ärzten bei Entscheidungen helfen. Auf lange Sicht bleibt so sogar mehr Zeit für den Menschen und seine Versorgung.