Ein Sturz kann diese Unabhängigkeit jedoch abrupt beenden oder zumindest stark einschränken. Als Folge bleibt oft die "Sturzangst", die die körperliche Aktivität und den Bewegungsradius des Pflegebedürftigen nach der stationären Behandlung weiter begrenzt.

Ein Teufelskreis, denn das Risiko für einen erneuten Sturz steigt, je weniger die Muskulatur und der Gleichgewichtssinn trainiert werden. Ab 60 Jahren machen Stürze sogar über die Hälfte aller unfallbedingten Verletzungen aus.

Pflege: Digi­tale Hilfe bei Stürzen

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Digitale Hilfe im Fall eines Sturzes - so alarmiert "Sicher zu Hause" Hilfe.

Eigenständigkeit für Pflegebedürftige in Thüringen

Eine Studie von Philips und der TK soll die Eigenständigkeit im Alter unterstützen. Teilnehmende TK-Versicherte aus Thüringen erhalten ein innovatives Hausnotrufsystem mit einer Basisstation und einem um den Hals zu tragenden Funksender. Die im Funksender integrierten Sensoren erkennen einen Sturz und lösen einen automatischen Notruf aus. Binnen kürzester Zeit meldet sich ein Mitarbeiter der Hausnotrufzentrale, der Zugriff auf die hinterlegte Adresse und wichtige Informationen hat, zum Beispiel zu Vorerkrankungen und verordneten Medikamenten. Über die Freisprechanlage des Hausnotrufgeräts kann der Hilfebedürftige von überall in der Wohnung seine Situation schildern. Je nach Bedarf werden Nachbarn, Angehörige oder der Notarzt verständigt.

Selbstlernendes System warnt vor, Gesundheitsberater kümmern sich

"Sicher Zuhause" verknüpft die Kompetenz geschulter Fachkräfte mit den Vorteilen digitaler Datenverarbeitung: Zu Beginn schildern die Studienteilnehmer einem speziell geschulten Gesundheitsberater telefonisch ihre persönliche Situation, etwa Krankengeschichte, Medikation und den üblichen Tagesablauf. Der um den Hals getragene Funksensor für die Sturzerkennung registriert die Bewegungsdaten.

Auf Basis der vom Sender übermittelten Daten sowie der Informationen aus dem Eingangsgespräch berechnet der selbstlernende Algorithmus tagesaktuell einen Risikowert. Dieser stellt den Gesundheitszustand des Patienten dar. So lassen sich Anzeichen für eine Verschlechterung rechtzeitig erkennen. Ist ein Grenzwert überschritten, meldet sich der Gesundheitsberater, um mögliche Ursachen, aber auch sinnvolle präventive Maßnahmen wie Krankengymnastik, einen Arztbesuch oder eine Pflegeberatung vor Ort zu besprechen.

An der achtmonatigen Studie können alle TK-Versicherten ab Pflegegrad 1 teilnehmen, die Anspruch auf ein Hausnotrufsystem haben. Das Hausnotrufgerät von Philips können die 500 Studienteilnehmer nach Ablauf der acht Monate behalten und weiterverwenden.

Den Antrag zur Teilnahme an der Studie nimmt Philips entgegen. Mehr Informationen gibt es unter philips.de/sicherzuhause oder unter der Projekt-Hotline 0800 567 7000.

Hintergrund

Die Zahlen zur Pflegebedürftigkeit in Thüringen stammen aus der Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes, erschienen im Dezember 2018.