Stuttgart, 29. April 2020. Rund 3.500 Patienten werden jedes Jahr allein in Baden-Württemberg wegen einer Angststörung oder Panikattacken im Krankenhaus behandelt. In der aktuellen Corona-Pandemie bietet die Techniker Krankenkasse (TK) ab sofort die Virtual Reality nutzende Angsttherapie Invirto auch hier im Land an. "Bei der Therapie können Patienten ihre Ängste mit einer psychotherapeutischen App, Übungen zur Angstbewältigung und therapeutischer Begleitung durch Videotelefonate in den eigenen vier Wänden selbst behandeln", erklärt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung.

Bisher Schwerpunkt in Schleswig-Holstein

Versicherte mit behandlungsbedürftigen Störungen können ab sofort unter der Telefonnummer 040 - 30 92 47 13 ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten für die Invirto-Therapie vereinbaren. Das Erstgespräch mit einer umfangreichen psychotherapeutischen Diagnostik erfolgt während der Corona-Pandemie per Videotelefonie mit einem Therapeuten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Die TK bietet ihren Versicherten Invirto seit Februar als erste Krankenkasse an. Aufgrund der ursprünglich notwendigen Erstdiagnostik in den Räumen der UKSH in Lübeck oder Kiel wurde die Therapie überwiegend von Versicherten im norddeutschen Raum genutzt. Mit der Ausweitung steht sie jetzt bundesweit zur Verfügung.

Leitliniengerechte Psychotherapie in den eigenen vier Wänden

Durch die aktuellen Corona-Sonderregelungen sei ein Besuch in der Klinikambulanz in Lübeck oder Kiel ab sofort nicht mehr notwendig, so Vogt: "Damit können wir unseren Versicherten bundesweit helfen und als erste Kasse eine komplette leitliniengerechte Psychotherapie in den eigenen vier Wänden per Fernbehandlung bieten." Studien zufolge leiden zehn Millionen Menschen in Deutschland im Verlauf eines Jahres an einer Angststörung. Sie ist damit eine der häufigsten psychischen Erkrankungen.

Digitale Bilder - reale Ängste 

Die Teilnehmer können innerhalb von etwa vier Wochen die App-gestützte Therapie absolvieren. Das Programm umfasst therapeutische Videos, angeleitete Übungen und Virtual-Reality-Szenen wie Aufzug- und U-Bahnfahrten oder Menschenansammlungen, die einen neuen Umgang mit der Angst von zu Hause aus erlauben. Damit entsprechen Inhalte und Umfang von Invirto einer Kurzzeitpsychotherapie.

Patient entscheidet selbst

Kernstück der vom Hamburger Start-up Sympatient entwickelten Therapie ist die Konfrontation mit angstauslösenden Situationen nach therapeutischen Prinzipien. "Anders als bei einer klassischen Psychotherapie mit einem wöchentlich etwa einstündigen Besuch beim Therapeuten, kann bei Invirto jeder Patient selbst entscheiden, wann, wie oft und wo er die verschiedenen Module nutzt", so Vogt. Nach dem Erstgespräch bekommen die Teilnehmer die VR-Brille und einen App-Zugang nach Hause geschickt. Gerade in Corona-Zeiten werden dadurch persönliche Kontakte verhindert und damit auch das Ansteckungsrisiko minimiert.

Notfallnummern bieten direkten Kontakt

Im Behandlungsverlauf erfasst die App regelmäßig die psychische Situation der Teilnehmer anhand eines Fragenkatalogs. Wenn die Teilnehmer eine Verschlechterung ihres psychischen Zustands spüren, haben sie direkten Zugang zu Notfallnummern und können sofort hilfreiche Übungen wiederholen. In Krisenfällen nehmen spezialisierte Mitarbeiter der Klinik mit den Teilnehmern direkt Kontakt auf.

Weitere Infos unter www.invirto.de sowie unter www.tk.de (Suchnummer 2075184).